32 Ueber die Ventilations Apparate
so bedeutend ein, dass die Säle nur mit Midie erwärmtwerden konnten, denn die Luft strömte v.om Saale zwischendem heissen Ofen und seinem Mantel mit solcher Geschwin-digkeit abwärts nach den Arterien, dass in diesen die Tem-peratur oft weit über 30 Grade stieg. -Am 26. März 1857beobachtete ich in der Arterie I, Zweigröhre zu Saal 9, dermit 6 Wöchnerinnen belegt war, verkehrten Zug und eineTemperatur von 32° R., bei einer Temperatur der äussernLuft von 4° R. Die Temperatur oben im Luftthurme wargleichfalls auf 20 ° R. gestiegen und alle Ventile schlössensich. Ich öffnete % Stunde lang die Thürchen der Arterie,wo Luft vom Corridor des Hochparterres durch die Zweig-arterie nach dem Saale 9 und zugleich durch die Seiten-arterie I nach dem Luftthurme strömte, wodurch dieser sichabkühlte, der Saal aber sich erwärmte, weil nun die Lufti'iber den heissen Ofen in den Saal' strömte. — Auf meinBefragen, was man bei ähnlichen Vorkommnissen gethan,konnte ich keine genügende Auskunft erhalten; — ich erfuhrnur, dass es sich über Nacht oft geändert, und zwar regel-mässig, wenn sich ein lebhafter Wind aus irgend einerRichtung erhob. Da wir gewohnt sind, an einem heissenOfen im Zimmer die Luft aufsteigen zu sehen, hier aberder umgekehrte Fall vorlag, so schien es mir nicht unin-teressant, die Erscheinung näher zu untersuchen. Der nächsteGedanke ist, eine Abhängigkeit von der Differenz der Tempe-ratur der freien Atmosphäre und der Temperatur der Säle an-zunehmen. Der Wärmezustand der äusseren Luft ist aus denobigen Angaben des Herrn Professors Kuhn ersichtlich. DieTemperatur der belegten Säle schwankt zwischen 16 und19° R. Die Temperatur der leeren Säle, theils bei offenen,theils bei geschlossenen Fenstern, schwankt zwischen 8'/ 2und 12y 2 ° R. in den einzelnen Fällen. In der Temperaturder, äussern Luft und der Säle lassen sich keine Anhalts-punkte für die Erklärung der verschiedenen Richtung der