von Dr. Max Petteukofer. 27
Arterien ab, welche die frische Luft nach den Sälen führen.Zwei unmittelbar über einander liegende Säle des erstenund zweiten Stockwerks werden aus ein und derselben Seiten-arterie gespeist, welche zu diesem Behufe herabgeführt ist"bis in das Hochparterre, wo sie sich abermals in zweiZweige spaltet, welche nun aufwärts, der eine nach demSaal des ersten, der andere nach dem des zweiten Stockesführt. In den Saal tritt die Luft unmittelbar an der unterenPeripherie des Ofens. Die Oefen sind rund und von Guss-eisen. Sie werden von den Corridors aus geheizt, von woaus gut schliessende Thüreii zu ihnen führen. Die zur Ver-brennung nöthige Lufjt beziehen sie grösstentheils aus denSälen, wie ad I. bereits bemerkt worden ist. Rings um dengusseisernen Ofen ist ein nach oben offener Mantel vonThou angebracht, der einen Zwischenraum für die aus denLuftarterien einströmende und zu erwärmende Luft lässt.Auf diese Weise gehen auf der östlichen Seite 6, auf derwestlichen 4 Seitenarterien herab, welche zusammen 12 Säleauf der östlichen, und 8 Säle auf der westlichen Hälfte desGebäudes ventiliren. Jede Seitenarterie ist im Hochparterreder Beobachtung zugänglich gemacht, indem Doppelthürchenmit Glasfenstern angebracht sind. Die an diesem Punktevon den Seitenarterien nach den einzelnen Sälen gehendenZweigarterien sind mit hölzernen Schiebern verschliessbar,so dass man die frische Luft nach Belieben nur nach dementsprechenden Saale des ersten oder zweiten Stockes strömenlassen kann. — Um die Bewegung der Luft in den Zweig-arterien zu sehen, bediente ich mich mehrerer etwa 1 Qua-dratzoll grosser Flecke aus leichtem Papier, die an einenFaden gereiht waren; dieser Faden wurde an dem geöffnetenSchieber der Zweigarterie in der Art befestigt, dass diePapierflecke frei in der Luft schwebten, und diese zeigtennun mit Sicherheit die Richtung des Luftstromes an, nämlich1) ob der Zug von der Seitenarterie herab und durch