1. Ventilation des neuen Grebärhauses in München.
Nachdem ich von der sehr verehrlichen Commission 'den Auftrag zur Untersuchung der Ventilations-Apparate desallgemeinen Krankenhauses und zunächst des neuen Gebär-hauses erhalten und mehrere Vorversuche gemacht hatte,begann ich am 1. April 1857 die regelmässigen Beobachtun-gen über den Gang der Ventilation im neuen Gebärhause. —Der daselbst nach dem System von Häberl ausgeführte Apparatbeschränkt sich auf die Gebär- und Wochensäle des erstenund zweiten Stockwerks und hat folgende wesentliche Theile:I. Abführung der sogenannten verdorbenen Luft,
II. Zufuhr frischer Luft.
I.
Am Fussboden der ventilirten Säle befinden sich anden beiden langen Seiten Oeffnungen, welche zu zwei Ka-nälen führen, die in das Ofenhaus und den Kamin jedeseinzelnen Saales münden. Das im Ofen brennende Feuerund die in den Kaminen aufsteigende Luftsäule empfängtdie Luft wesentlich nur aus den Sälen. Die Menge deraus den Sälen abgeführten Luft wird desshalb, wenn auchnicht gleich, aber doch jedenfalls proportional der Geschwin-digkeit seyn, mit der sich die Luft durch den Ofen und
1 Die Commission bestand aus den Professoren der Universität undder polytechnischen Schule: Dr. Jolly als Vorstand, dann Dr. Kaiser,Dr. Alexander und mir.