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Über den Luftwechsel in Wohngebäuden
Entstehung
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von Dr. Max Pettenkofer. 17

der Kohlensäuregehalt aus dem kleinen Volum zu 0,61 promille, und aus dem grössern Volum zu 0,64 pro mille ergibt,

Obwohl man aus diesem Grad der Uebereinstimmungeinen ziemlich sichern Schluss auf die Genauigkeit und Schärfeder Methode machen könnte, so hielt ich es doch für not-wendig, dieselbe noch weiter zu controliren. In dieser Be-ziehung war es für mich von grossem Werthe, dass bereitseine Methode vorlag, die wenn auch umständlich, aber aufihre absolute Genauigkeit controlirt war. Professor Hlasiwetzin Innsbruck hat sich mit diesem Gegenstande einlässig be :fasst. Er veranlasste einen seiner Schüler, Dr. v. Gilm, dieMethode, welche im Aprilhefte 1857 der Sitzungsberichteder mathemat. naturwiss. Classe der kaiserl. Akademie derWissenschaften zu Wien (Bd. XXIV. S. 279) beschrieben ist,und in ihren Grundzügen von Mohr herrührt, auszuarbeitenund durch bekannte Mengen Kohlensäure in der Luft aufdie Genauigkeit ihrer Angaben zu controliren. Es ergabsich, dass die Methode in der That auf grosse GenauigkeitAnspruch machen kann.

Ich stellte nun vergleichende Versuche an..

I.

Nach der Methode von Gilm wurden .25910 Cubikcenti-meter Zimmerluft (auf 0° C und 760 Millimeter Barometer-stand reducirt) aspirirt. Es wurden 0,195 Gramme schwefel-saurer Baryt erhalten, was 0,037 Grammen Kohlensäure ent-spricht. Hienach waren in 1000 Volumtheilen Luft 0,741Kohlensäure enthalten. Die Aspiration dauerte 5 Stunden.

Nach Abfluss der ersten Hälfte dieser Zeit füllte icheine Flasche von 6140 Cubikcentimetern Inhalt mit dieserZimmerluft das reducirte Volum war 5569 Cubikcenti-meter. Es wurden 10^5 Milligramme Aetzkalk neutralisirt,was 8,2 Milligrammen Kohlensäure und 4,1246 Cubikcenti-metern entspricht. Nach meiner Methode ergab sich somit ein-Kohlensäuregehalt in 1000 Theilen von 0,740.

Pettenkofer, Luftwechsel. 2