(j Die Kohlensäure in der atmosphärischen Luft
und kann diese Operation noch ein paarmal wiederholen.Wenn aber auch etwas Aetzkali oder Aetznatron neben demAetzkalke gelöst ist, so hat das nicht den mindesten Einflussauf die Genauigkeit der Methode, da die Flüssigkeit nichtdazu bestimmt ist, Kalksalz zu liefern, sondern lediglicheine bekannte Menge Oxalsäure zu neutralisiren. Zu diesemZwecke können sich alle fixen Alkalien nach Aequivalentenvertreten. Wenn sich das Kalkwasser in der grossen Flaschegesättigt und völlig geklärt hat, so giesst man dasselbe inFlaschen, die etwa '/ 4 Liter fassen, und deren Hals so weitist, dass man den Körper von Saugpipetten für 30 bis 45Kubikcentimeter einbringen kann, und verkorkt sie sorg-fältig. In diesem Zustande kann das Kalkwasser Monatelang für den Gebrauch tauglich aufbewahrt werden: es ziehtnur sehr allmälig Kohlensäure an. Eine Flasche, welcheam 6. December 1857 mit Kalkwasser gefüllt wurde, welchesin 30 Kubikcentimetern 38'/ 2 Milligramme Aetzkalk enthielt,wurde in meinem Arbeitszimmer aufbewahrt und am 9. April1858 geöffnet. Nach dieser Zeit zeigten 30 Grammen Kalk-wasser noch einen Gehalt von 35'/ 2 Milligrammen Aetzkalk.Was nun die wirkliche Bestimmung der Alkalinität einesKalkwassers anlangt, so wird sie am besten auf folgendeWeise ausgeführt. Man hebt mit einer Saugpipette 30 Ku-bikcentimeter Kalkwasser aus, und lässt sie in ein Medicin-fläschchen von circa 3 Unzen (90 cub. cent.) Inhalt fliessen.Aus der Bürette lässt man nun die verdünnte Oxalsäuredurch Oeffnen des Quetschhahnes in das Kalkwasser fliessen.Um beiläufig die Mengen zu wissen, welche man zusetzendarf, ohne den Punkt der Neutralität zu überschreiten, dientdie Erfahrung als Anhaltspunkt, dass in 30 KubikcentimeternKalkwasser durchschnittlich nicht weniger als 34 und nichtmehr als 39 Milligramme Aetzkalk enthalten sind. Manwird also 32 Kubikcentimeter Oxalsäure auf einmal zu-setzen können, ohne die alkalische Reaktion des Kalkwassers