Druckschrift 
Hans Holbein's Initial-Buchstaben mit dem Todtentanz
Entstehung
Seite
81
Einzelbild herunterladen
 

81

mals die Idee zu einigen auf den Tod bezüglichen Bil-dern gegeben, wie Fiorillo meint 53 , ist mindestens sehrwahrscheinlich. Die eigentlichen Todtentänze aberhaben einen, dem elegischen Pathos dieses Gedichts völ-lig entgegengesetzten Charakter, da in ihnen, unbescha-det ihres erbaulich moralischen Zwecks, ja man darf be-haupten, zur Förderung desselben, überall der Geist derSatire durchblickt. Dies satirische Element desTodtentanzes und insbesondre seinen Zusammenhangmit der in Dichtung und Bildnerei des Mittelalters gleich-falls typisch gewordenen Personifizirung des Narren-thums, die nahe Beziehung der Hippe des Knochenmannszu Hanswursts Pritsche, hat Rosenkranz auf eine soeigenthümliche, prägnante Art nachgewiesen und begrün-det, dass wir es uns nicht versagen können, die Ent-wickelung seiner Ansicht hier unverkürzt einzuschalten,zumal da wir uns schmeicheln, man werde in den Er-örterungen dieses nicht bloss tief, sondern ausnahms-weise auch klar denkenden Philosophen die bündigsteRechtfertigung unsrer eignen poetischen Auffassungdes betreffenden Gegenstandes finden.

Neben dem Gewähr der Narren", heisst es 54 ,ging in der Zeiteine andre Anschauung, welche zu jenem eigentlich erst den Schlüs-sel darbietet, die nämlich, dass der Tod mit einem Jeden tanz-e.Die alte Welt hatte den Tod nicht überwunden, sondern trauerte mit