Druckschrift 
Kochbuch für Haushaltungen aller Stände
Entstehung
Seite
336
Einzelbild herunterladen
 

336

den Händen einen oder ein und einen halbe» Zoll in die Höhe,knifft ihn mit einem Kneifeisen rippig und regelmäßig bnnt, be-streicht ihn alsdann mit Ei oder geschmolzener Butter, und giebtihm im Ofen eine hellgelbe Farbe. Innerhalb dieses Randeswerden nun die feinen lisgouts u. dgl. in. angerichtet.

Schmalzrand«

Zn den kalten Lntrees werden die Schüsseln, wenn mansonst will, auch mit Rändern garnirt, welche, obgleich sie unge-nießbar sind, zur Empfehlung einer feinen Speise dienen, undtheils den Geschmack, theils die Wohlhabenheit des Gastgeberszeigen, indem zur Anfertigung solcher Dekorationen Kunst, Fleißnnd Zeit gehören. So lassen sich von dem ans Liesen gewon-nenen Schweineschmalz viele hübsche Sachen bereiten, z. B.Schwäne, Tauben, ruhende Löwen, ovale und runde Vasenu. s. w., und um dieser Art Figuren eine feste Haltung nndproportionirte Gestalt zu geben, fertigt man hierzu erst Gestellevon Draht an. Zu dem Korpus bedient man sich eigens dazuangefertigter Blech- oder dünner Holzkapseln, und der Rückender Figuren bleibt offen, weil in demselben die kalten Sachenangerichtet werden. Die Bearbeitung dieser Schmalzsigurenmuß nach einer richtigen Zeichnung mit einer hierzu geübtenund geschickten Hand auf folgende Art ausgeführt werden: Mautaucht das nöthige Gestell in frisch ausgelassenes und größten-theils kalt gewordenes Hammelnierenfett, so daß es sich erstüberall mit demselben belegt, nnd nachdem dies öfters wieder-holt worden ist, überzieht man es wiederholt so lange mit rechtfrischem Schweineschmalz, welches kalt recht weiß gerührt wird,bis die Figur ihre richtige Gestalt erhalten hat. Nun wird die-selbe mit einem seine» Messer förmlich ciselirt, damit das Ge-fieder, die Wolle oder Mähne» u. s. w. genau hervortreten, unddie Figuren das Ausehn bekommen, als wären sie von Marmorgearbeitet.

Gewöhnlicher Schmalzrand.

Ma» setze auf eine Schüssel einen Rand von dem oben be-schriebenen, gebrüheten Teig, dressire ihn so hoch, wie man esfür nöthig erachtet, überziehe, sobald der Raud au der Schüsselgehörig angetrocknet ist, denselben mit recht weiß gerührtemSchweineschmalz, und putze ihn zuletzt mit allerlei bnnt ansge-