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Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunstakademie : Abriß ihres letzten Jahrzehnts und Denkschrift zur Einweihungsfeier des Neubaus
Entstehung
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I. Allgemeines und Vorläufiges.

Öchon im Frühjahr 1879 war Riffartfs Neubau so weit vollendet, dass einzelneRäume bezogen und benutzt werden konnten. Während des Sommers wurden die Vor-bereitungen für den Umzug und die Einweihungsfeier getroffen. Mitten in denselbenstarb Dr. W. Lotz. Prof. H. Wislicenus arbeitete in Groslar. Directorium und Secretariatwaren verwaist. Da unterzog Prof. Carl Müller sich in dankenswerther Weise dermühevollen Aufgabe, beide während der geschäftigen folgenden Monate zu vertreten.Das Curatorium arbeitete aufs liebenswürdigste mit ihm Hand in Hand: Herr Regierungs-präsident Frhr. von Hagemeister und Herr Regierungsrath Steinmetz betheiligten sich inder regsten Weise an der Feststellung des Programms und an den Einleitungen zuseiner Ausführung.

Das Collegium hatte zwar den Wunsch gehegt, nur eine Ausstellung von Schüler-arbeiten zu veranstalten und die von der Königl. Staatsregierung für das Fest bestimmteSumme zu Preisen verwandt zu sehen, musste sich aber überzeugen, dass es dem An-sehn der Anstalt doch nicht entsprechend sei, das neue Haus ohne Sang und Klang zubeziehen. Indessen wurde daran festgehalten, dass das Fest im wesentlichen eineninternen Charakter bewahren sollte, und daher wurden von auswärts, ausser den Würden-trägern des Staats, der Provinz und der Stadt, deren Einladung die Regierung bestimmte,nur diejenigen Männer eingeladen, welche als ehemalige Mitglieder des Curatoriums oderdes Lehrköpers oder in anderer Weise in engerer Beziehung zur Akademie gestandenhatten. Dagegen wünschte das Collegium natürlich, seinen Zusammenhang mit derausserakademischen Künstlerschaft Düsseldorfs durch eine möglichst grosse Vertretungderselben zu bekunden. Allein der nicht übergrosse Raum und die nicht übergrossenMittel legten von selbst eine gewisse Beschränkung auf. Um nun keinem alten Freundewehe zu thun, beschloss die Akademie, die Auswahl der Vertreter der Künstlerschaftdieser selbst zu überlassen. Dementsprechend sandte sie ihre Einladungskarten unaus-gefüllt an die Vorstände des Künstler-Unterstützungs-Vereins und des Malkastens. Dieseberiefen beide Vereine zu einer gemeinsamen General-Versammlung, welche jedoch denBeschluss fasste, die Einladung nur für ihre beiderseitigen Vorstandsmitglieder anzu-nehmen, die übrigen Karten aber der Akademie zurückzustellen, mit der Bitte, ihrer-seits die Auswahl zu treffen. Dem Collegium blieb nun nichts Anderes übrig, als dieserBitte nachzukommen. Es wählte theils alte Schüler und Freunde der Akademie, theilsKoryphäen der Düsseldorfer Kunst 1 ). Was aber die gegenwärtigen Schüler der Aka-demie betrifft, so waren zum Festact in der Aula natürlich alle eingeladen, zum Fest-mahl in der Tonhalle aber nur die Schüler der ersten Classe und von den übrigen einegewisse, von ihnen selbst gewählte Anzahl.