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Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunstakademie : Abriß ihres letzten Jahrzehnts und Denkschrift zur Einweihungsfeier des Neubaus
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Schule doch nicht gerecht werden konnten, zumal da Carl Sohn vor Kurzem gestorben,der schwer leidende Th. Hildebrandt, nur noch nominell Mitglied des Collegiums, H.Mücke aber bereits pensionirt war, und Oswald Achenbach einen Urlaub angetreten hatte,von dem er zu einer eigentlichen Thätigkeit in der Anstalt nie wieder zurückgekehrtist; auch war es ein schwer empfundener Mangel, dass die der niederdeutschen Natur sozusagende Genremalerei, die sich längst zu einer Specialität der Düsseldorfer Schuleherangebildet hatte, auf der Akademie gar nicht vertreten war und dass die ausserhalbder Akademie bereits gepflegte, zugleich modemer-e und ältere, zugleich realistischereund malerischere Pinselführung und Technik innerhalb der Akademiemauern noch keine,genügende Berücksichtigung neben der grossen Composition, der strengen Zeichnung undder idealen Auffassung jener in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts massgebendenRichtung gefunden hatte. Die Hauptsache aber war die Organisation der innerenLeitung der Anstalt. Nachdem der Director Ed. Bendemann mit dem Schlüsse desJahres 1867 sein Amt endgültig niedergelegt hatte, hatte die Düsseldorfer Akademiekeinen Director meln\ Dass an seiner Stelle ein Directorium mit der Geschäftsleitungbetraut wurde, entsprach gewiss der Lage der Dinge, auch waren R. Wislicenus und E.Giese, welcher zugleich Secretär war, ohne Zweifel vertrauenswerthe Mitglieder dieses Direc-toriums. Dass aber kein Künstler, ja nicht einmal ein Akademieprofessor, sondern einRegierungsbeamter, so gewachsen er der Sache sein mochte, dass der Geh. Regierungs-rath Altgelt, dessen Charakter und dessen Fähigkeiten dadurch nicht im Geringstenherabgesetzt werden sollen, als Mitglied des Directoriums nicht nur dessen Vorsitzender,sondern zugleich auch Vorsitzender des Lehrer-Collegiums wurde, musste von letzteremnothwendig als eine Demüthigung empfunden werden. Dem entsprach es, dass auf derJubelfeier, mit welcher zugleich die Einweihung der von A. Wittig geschaffenen BüsteW. Schadow's auf dem nach dem letztem benannten Platze der Stadt verbunden war,kein Akademie-Professor das Wort zur Begrüssung der Festgäste erhielt oder in irgendeiner Weise als offizieller Vei'treter der Anstalt erschien. Herr Regierungspräsident vonKühltvetter und Herr Geheimrath Altgelt hielten die officiellen Reden; und besonders dererstere hielt vortreffliche Reden. Die eigentliche Festrede hielt der verehrte Prof. E.Curtius aus Berlin; und dass er sich seiner Aufgabe glänzend erledigte, bedarf keinerErwähnung. Die Abfassung der Denkschrift wurde einem Regierungsbeamten überlassen;und dieser schrieb gewiss eine fleissige txnd gute Schrift. Vielleicht lag es auch inden Verhältnissen der Anstalt begründet, dass für alle diese Dinge kaum eine andereWahl getroffen werden konnte; aber es bleibt darum doch wahr, dass solche Verhält-nisse demüthigend für die Königliche Kunstakademie waren und nicht auf eine Blüthe-zeit derselben schliessen Hessen.

Wie wenig festUch, trotz des Jubelfestes, den damaligen Schülern der Akademiezu Muthe war, geht aus den Beschwerden gegen jene Organisation hervor, welche sie allean den Festtagen selbst unterschrieben und dem Cultusminister einreichten. Der Kernder Wünsche der Schüler bestand in der Bitte, dass die Leitung der Anstalt wieder inKünstlerhände gelegt werden möge, und in der Sache gaben gewiss alle Künstler, ja, alleFreunde der Akademie ihnen Recht, auch diejenigen, welche die verschiedenen unerquick-lichen Vorgänge und Unruhen, welche sich im Verfolge der Angelegenheit ergaben, be-dauerten und die zu Ungunsten der Schüler ausfallende ministerielle Entscheidung formell