Inspector an der Düsseldorfer Zopfakademie; und wenn Peter Cornelius auch nicht durchdiese Akademie, sondern im Gegensatze zu ihr und zu JoH. Peter Langer geworden ist,was er geworden ist, so dürfen wir die Summe der Anregung, welche von jenen altenDüsseldorfer Lehrkräften in Verbindung mit der ehemaligen Gemäldegalerie und der nochheute erhaltenen Kupferstich- und Handzeichnungen-Sammlung ausgehen konnte und dieJugend des grossen Cornelius beeinflussen musste, doch keineswegs zu gering anschlagen;ja, wollen wir uns das Bild des geistigen Lebens in Düsseldorf zur Zeit jener kur-pfälzischen Akademie vervollständigen, so dürfen wir nicht vergessen, dass etwa um dieZeit ihrer Gründung Goethe bei Fritz Jacobi in Pempelfort zum Besuche war. Auch solcheErinnerungen mussten in Cornelius Jugend noch nachklingen. Als aber, nach der Ver-einigung der kurpfälzischen Lande mit Bayern, Düsseldorf immer mehr zu einer Provinzial-stadt herabsank, als im Jahre 1805 die Düsseldorfer Gemäldegalerie unter dem Vorwande,sie vor den Franzosen zu schützen, nach München gebracht wurde und dort blieb, alsim Jahre 1806 Joh. Peter Langer mit seinem Sohne Robert nach München zog, um auchdie, Akademie dorthin zu verpflanzen, da schlief die alte Düsseldorfer Kunstschule all-mählich ein und war nur noch der Schatten ihrer selbst, als Cornelius, der bis 1809 inseiner Vaterstadt gelebt und gelernt hatte, zehn Jahre später als ihr Neubegründer zurück-berufen wurde.
Die zweite Hauptepoche der Düsseldorfer Akademie, welche mit dieser Be-rufung ihres Schülers Cornelius zu ihrer Reorganisation beginnt, aber erst unter W. Schadoiv(Reglement von 1831) zu voller Gestaltung und Entfaltung gelangte, gliedert sich deutlichin verschiedene Phasen, deren bemerkenswertheste mit der Leitung der Anstalt erst durchCornelius (1821 — 1824), dann durch W. Schadoiv (1826 — 1859) und endlich durch Ed.Bendemann (1859—1S67) zusammenfallen. Diese zweite Hauptepoche ist gleichbedeutendmit der allbekannten ersten Blüthezeit der Düsseldorfer Schule unter den genanntenMeistern, unter Schadow's besten Schülern, wie Carl Sohn, C. F. Lessing, Th. Hildebrandtu. s. w., denen der grosse Landschafter J. W. Schirmer nebst seinem Nachfolger HansGrude sich anreihte, und unter einer immer grösser werdenden frei neben der Akademiesich ansiedelnden Künstlerschaft; sie ist, besonders in ihrer ersten Hälfte, gleichbedeutendmit jener mannichfach angeregten Zeit Düsseldorfs, in welcher die anmuthige kleineRheinstadt, die stille Geburtsstadt H. Heine's, sich vorübergehend, durch den Zuzug vonweltberühmten Componisten, wie F. Mendelssohn-Bartholdy und B. Schumann, von geist-reichen Dichtern, wie Karl Immermann, Fr. von Uechtritz und Chr. D. Grabbe, von Sternender Wissenschaft, wie Carl Schnaase, zu einem Sammelplatze geistigen Lebens gestaltete,dessen Kern die zahlreiche, noch eine Zeit lang in der Akademie ihren Brennpunktsehende Künstlerschaft blieb; sie ist gleichbedeutend mit der Zeit, in welcher neben derAkademie jene ihre Wirksamkeit ergänzenden Institute, wie der Kunstverein für dieRheinlande und Westphalen und die Städtische Gemäldegalerie Düsseldorfs aufsprossen,während selbst der Künstler-Verein Malkasten durch glänzende und geistreiche Feste zueinem Factor im damaligen Culturleben der Kunststadt wurde und die „DüsseldorferMonatshefte" ganz Deutschland mit lustigen Künstler-Schwänken versorgten, die heute nochwiederhallen. So gruppirt sich in der zweiten Hauptepoche der Düsseldorfer Kunst-akademie ein Stück reichen bunten Lebens um sie, welches der deutschen Culturgeschichteangehören wird. Sie selbst aber füllt mit den Leistungen ihrer Meister und Schüler in