46 Die Enthiillnngsfeier.
genossenschaften und diejenigen Kunstfreunde, Avelche an dem Festzugetheilgenommen hatten, vor der Tribüne B die Vorstände und Mitgliederdes Künstlervereins „Malkasten", das Lehrercollegium und die Schülerder Düsseldorfer Kunstakademie, des Vereins der Düsseldorfer Künstlerzu gegenseitiger Unterstützung und Hülfe, und des Kunstvereins für dieRheinlande und Westfalen.
Die beiden berittenen Musikcorps endlich nahmen neben den demEingange zugekehrten Seiten der beiden Tribünen Aufstellung.
Bald nachdem die verschiedenen Gruppen des Festzuges ihre Plätzeeingenommen hatten, ertönte ein Kanonenschuss, das Zeichen, dass SeineKönigliche Hoheit Prinz Wilhelm von Preusscn mit seinem Gefolgesich dem Festplatze nähere. In zwei von raschen Pferden gezogenenoffenen Wagen langte der Prinz mit dem Herrn Regierungs-Präsidentenund seinen Begleitern von der Hofgartenstrasse her am Eingange desFestplatzes an, begrüsst von dem tausendstimmigen Jubelrufe der draussenversammelten Menge, der Festgenossen und der Zuschauer auf denTribünen.
Herr Professor Baur, als Ordner und Führer des Festzuges, umgebenvon den vier kränzetragenden Pagen, hatte Seine Königliche Hoheit amEingange ehrerbietigst begrüsst und geleitete den Prinzen zu seinemEhrenplatze in der Mitte des vorderen Randes der Tribüne A.
Nachdem der Prinz seinen Platz eingenommen hatte, begann, etwaum 12V2 Uhr, die Enthüllungsfeier.
Die Einleitung zu derselben bildete ein von dem DüsseldorferMännergesangvcrein ausgeführter, von seinem Dirigenten, Herrn JuliusTausch, componirter Festgesang, dessen von Herrn Ludwig Bund inDüssoldorf gedichteter Text folgendermassen lautete:
„Erwartungsvolles heil'ges SchweigenSich still nun auf die Runde legt;Ein Harren, als ob EngelreigenSich fromm der Erde zu bewegt.Was uns vereint in dieser Stunde,Dem reinen Geiste ist's geweiht,Der uns die Kunst zu festem GrundeErrettet aus dem Strom der Zeit.
„Was er uns gab in seinen Werken,Ein ew'ger Born ist's, ihm zum Preis,Daran sich schwache Kraft zu stärken,Der Glaube fest zu stützen weiss.Ein Priester steht er da im TempelDer Kunst, den neu er aufgebaut;Und was er Behuf, es trägt den StempelDer Gottheit, die er angeschaut.