Der Festzug. 39
welche Lorbeerkränze in den Händen hielten, die bestimmt waren, aufden Stufen des Corneliusdenkmals niedergelegt zu werden; zwei vonihnen hatte der Corneliusverein gewidmet, die beiden andern waren vonder Kunstakademie in Karlsruhe gespendet worden.
Nunmehr folgte ein berittener Herold mit zwei ebenfalls berittenenMarschällen, prächtig in Koth und Weiss, den Farben der Stadt Düssel-dorf, gekleidet, und nach ihnen das erste berittene Musikcorps, überzwanzig Mann stark, in schwarz-rother Tracht des 1A Jahrhunderts.
Hinter ihm schritten drei Fahnenträger, geleitet von acht Fahnen-junkern, sämmtlich in burgundischer Tracht. Die prächtig gemalten Fahnenzeigten die Sinnbilder der Malerei, der Bildhauer- und der Baukunst undtrugen die entsprechenden Inschriften: Pictura, Sculptura, Architectura.
Nun erschien ein stattliches Fähnlein Landsknechte, wohl 30—40 Mann,in der phantastischen Tracht des 16. Jahrhunderts, „Hauptmann, Leutenantund Fähndrich" an ihrer Spitze, von denen besonders der Erstere, bewaffnetmit einem gewaltigen Zweihänder und in scharlachrothem Costüm, einecharakteristische, malerische Gestalt war.
Den Landsknechten folgte die Fahne der Düsseldorfer Künstler, ihrTräger sowohl wie die ihn umgebenden Fahnenjunker hoch zu Rossund in der niederländisch-spanischen Tracht des 17. Jahrhunderts, diePferde mit reichen Schabracken bedeckt.
An die Künstlerfahne schloss sich eine grosse Gruppe von 'nicht-costümirten Zugtheilnehmern an. Sie bestand aus den Vorständen undaus Mitgliedern des Künstlervereins „Malkasten", des „Vereins der Düssel-dorfer Künstler zur gegenseitigen Unterstützung und Hülfe", des „Kunst-vereins für die Rheinlande und Westfalen", aus dem Lehrer- Collegiumund aus Schülern der Königlichen Kunstakademie.
Es folgte jetzt ein zweites berittenes Musikcorps, ebenfalls über20 Mann stark, in blau-weiss-schwarzen, dem Ende des 16. Jahrhundertsangehörigen Costümen.
Hinter ihm schritten 10 Pagen, Schilder tragend, auf denen dieHauptwerke von Cornelius durch die Namen der Dichtungen oder derDichter, durch die sie hervorgerufen sind, oder der Orte, an denen siesich befinden, angedeutet waren. Die Inschriften lauteten: „Faust",„Nibelungenlied", „Dante", „Torquato Tasso", „Shakespeare", „Casa Bar-tholdy", „Glyptothek", „Ludwigskirche", „Pinakothek", „Campo santo".
Auf diese Gruppe folgten Herr Professor Adolf Donndorf ausStuttgart, der Schöpfer des Cornelius-Denkmals, und Herr ProfessorWilhelm Camphausen, der Festredner, Beide von zwei Pagenbegleitet.
Die nächste Gruppe bildete das Fest-Comite des Cornelius-Vereins,auf welche der Oberbürgermeister Düsseldorfs, HerrBecker, im Schmucke