32 Die Cornelius-Ausstellung.
und die beiden Stiche nach den schönen Fresken in der Casa Bartlioldyin Rom, die Traumdeutung Josephs vor Pharao und die WiedererkennungJosephs und seiner Brüder darstellend.
Ferner waren an Stichen vorhanden die Darstellung der schlaf-wandelnden Lady Macbeth, die im Jahre 1856 entstanden, die sechsConturenblätter aus Tasso's „Befreitem Jerusalem", sowie die Umrisse zuDante's „Paradies", welche Letzteren Cornelius für die Villa desMarchese Massimi in Rom entworfen, aber nicht zur Ausführunggebracht hat.
An die kurze Schaffenszeit des Meisters in Düsseldorf erinnerte derStich jener zu einem Transparente bestimmt gewesenen Allegorie, welcheCornelius als Director der Düsseldorfer Akademie in Bezug auf die Feierder Vermählung des späteren Königs Friedrich Wilhelm's IV. mit derPrinzessin Elisabeth von Bayern entworfen, und an seine Wirksam-keit in Berlin die sechs Blätter Conturenstiehe nach der im Jahre 1842entworfenen Composition des sogenannten Glaubensschilds, welches, inSilber ausgeführt, von König Friedrich Wilhelm IV. seinem Tauf-Pathen, dem Prinzen von Wales, zum Geschenke gemacht worden.
In photographischen Nachbildungen waren in der Ausstellung vonden Werken Peters von Cornelius seine Compositionen aus demHeroen- und Göttersaal der Glyptothek (14 Blattei-) und von der Kuppelder alten Pinakothek in München vertreten, so wie seine Zeichnungenfür den Campo santo in Berlin, welche von der photographischen Gesell-schaft daselbst nach directen Aufnahmen nach den Originalen in 17 grossenBlättern veröffentlicht worden.
Die Mehrzahl aller dieser Stiche und Photographien hatte denSammlungen der Königlichen Kunst-Akademie in Düsseldorf entliehenwerden können.
Oelgemälde von Cornelius konnten, der Natur der Sache nach,nur wenige auf der Ausstellung vereinigt sein. Es befand sich daselbstdas der städtischen Gallerie in Düsseldorf gehörige Bild: „Die klugenund die thörichten Jungfrauen", sodann ein grösseres männliches Bildniss,das von seinem Besitzer, dem Königlichen Regierungs-Buchhalter HerrnSchreiner in Düsseldorf hergeliehen war, ein Familien-Portrait aus demBesitze der Frau von Heister und ein kleines, der Frau Feltmannin Boppard gehöriges Portrait aus der früheren Zeit des Meisters, dasinsofern von besonderem Interesse war, als es eine auffallende coloristischeBegabung des Künstlers zeigt, die bekanntlich in seiner späteren Richtungauf die grosse, gedankenschwere Composition eine weitere Ausbildungnicht zu finden vermocht hat.
Aus dem Besitze der genannten Dame war noch eine Sepia-Zeichnung,angeblich Hectors Abschied darstellend, zu der Ausstellung beigesteuert