20 Der Cornelius-Verein.
der Sculptur an die Königliche Akademie zu Stuttgart verbundene Ueber-siedelung in die letzterwähnte Stadt eine längere Unterbrechung in denArbeiten ein, welche schliesslich den Aussclrass nöthigte, im Interesseder Sache selbst auf eine Hinausschiebung des vertragsmässig festge-setzten Endtermins einzugehen. Bereits im August 1877 wurde sodannvom Künstler die Fertigstellung der einen Seitenfigur, der Poesie, undim April 1878 diejenige der andern, der Religion, angezeigt, so dass balddarauf alle Theile des Denkmals zum Gusse in der Erzgiesserei vonA. Bierling in Dresden sich vereinigt befanden und der granitene Unter-bau der Firma Kessel & Röhl in Berlin in Bestellung gegeben werdenkonnte.
Während seiner Arbeiten an dem Denkmale war es Herrn ProfessorDonndorf wünschenswerth erschienen, am Mittelkörper des Postamenteseine Aenderung vorzunehmen, nämlich im Interesse der einheitlicherenWirkung an die Stelle des auch für diesen Theil bedungenen GranitsBronce zu setzen. Das Comite hat dieser Abänderung, durch welche dieHerstellungskosten des Denkmals nicht unerheblich erhöht wurden, dienachgesuchte nachträgliche Genehmigung im November 1876 ertheilt.
Die Stelle, an welcher das Denkmal seinen Platz linden sollte, istim September 1877 im Beisein des Herrn Professors Donndorf genaubestimmt worden und hat die Stadt Düsseldorf an derselben nach seinenAngaben im November 1878 auf ihre Kosten die Fundamentirung aus-führen lassen.
Werfen wir zum Schlüsse dieser Betrachtung der Wirksamkeit desCornelius-Vereins noch einen kurzen Blick auf die rein materielle Seiteseiner Aufgabe.
Wir haben oben angeführt, dass im Jahre 1872, in dem Augenblicke,in welchem die Ausschreibung der Concurrenz in's Auge gefasst wurde,dem Comite eine "Summe von etwa 10,000 Thalern zur Verfügung stand;der Gesammtbedarf ist schliesslich auf mehr als 25,000 Thaler gestiegen.Um diese verhältnissmässig beträchtliche Summe aufzubringen, hat esvielfacher opferwilliger, hochherziger Freigebigkeit bedurft. Der Cornelius-Verein hat sie überall gefunden, wohin er sich gewandt.
Seine Majestät der Kaiser, Ihre Majestät die Kaiserin, Ihre Majestätdie Königin-Wittwe Elisabeth, sowie Prinzen des Königlichen Hauseswandten dem Vereine namhafte Spenden zu, kunstsinnige deutscheFürsten: Ihre Königlichen Hoheiten die Grossherzöge von Weimar undvon Baden, der Fürst Carl Anton zu Hohenzollern, der erlauchte Protectordes Vereins, und Seine Hoheit der Herzog Georg von Meiningen schlössensich mit dankenswerthen Beiträgen an, die grossen Industriellen undKaufleute des Rheinlands, insbesondere der Städte Cöln, Crefeld, Düssel-dorf, Elberfeld, Essen, Ruhrort und Viersen, sowie die Directionen der