Der Cornelius-Verein. 19
Dem unterzeichneten Comite bleibt die Entscheidung über die Aus-wahl unter den eingesandten Entwürfen sowie über Ertheilung eines festenAuftrages vorbehalten.
Düsseldorf, im November 1872.
Das Comitedes Vereins zur Errichtung eines Cornelius-Denkmals:(Folgen die Unterschriften sämmtlicher Comite-Mitglieder.)
Wir bemerken zu dem obigen Ausschreiben, dass der in demselbenfür die Einsendung der Denkmals-Entwürfe festgesetzte Schlusszeitpunktspäter auf Ersuchen mehrerer an der Bewerbung th eilnehm ender Künstlerbis zum 1. September 1873 hinausgeschoben worden ist.
Die Zahl der Entwürfe, die bis Ende August genannten Jahreseingegangen waren, und den gestellten Bedingungen entsprachen, betrugzwanzig. Eine öffentliche Ausstellung derselben fand, nachdem mehrere,die in beschädigtem Zustände eingetroffen, restaurirt worden waren, imSommerlokal des Künstler-Vereins „Malkasten" in der Zeit vom 23. No-vember bis 10. December statt und am 14. December traten die Mit-glieder des Comite s im Ausstellungslokale zusammen, um die Wahl desauszuführenden Entwurfs vorzunehmen.
Diese fiel mit erheblicher Majorität auf den mit Nummer 4 bezeich-neten Entwurf, welcher das Motto: „Cornelius" trug. Die Eröffnung deszu diesem Entwürfe eingesandten verschlossenen Couverts ergab alsUrheber des Entwurfes: A. Donndorf in Dresden.
Das Comite ersuchte nunmehr den Ausschuss, mit diesem Künstlerdie Verhandlungen über die Ausführung des gewählten Denkmalsentwurfszu führen, und entschied sich zugleich vorläufig über den für das Denkmalgeeignetsten Platz. Ausersehen wurde der freie Raum am Flingerthorzwischen der Mündung der Elberfelderstrasse und dem Eingange zumSchadowplatze.
Die Verhandlungen mit dem Bildhauer Herrn Donndorf führten unterdem 13. Februar 1874 zum Abschlüsse eines Vertrages, nach welchemder Künstler die Herstellung des Denkmals nach der eingesandten Skizzein etwa anderthalbfacher Lebensgrösse der Hauptfigur nebst zwei Seiten-figuren und zwei Reliefs in Bronce auf einem granitenen Unterbau bisEnde 1877 gegen ein Gesammthonorar von 23,000 Thalern (69,000 M.)übernahm.
Im Juli 1875 zeigte der Künstler die Fertigstellung der Cornelius-Statue an, dann trat jedoch durch die mit seiner Berufung als Professor
2*