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Die römischen Militärstrassen an der Lippe und das Castell Aliso : nach eigenen Localforschungen dargestellt
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kamen früher römische Münzen und andere Anticaglien daselbstzum Vorschein.

Aus allem dem geht hervor, dass auf dem grossen Kampbei Schulte Nomke nicht ein gewöhnliches Etappenlager, sonderneine für einen längeren Aufenthalt der Truppen bestimmte Be-festigung, ein Castell, gestanden hat, welches sich durch seinewohlgewählte, geschützte Lage und starke Umfestigung, sowiedurch den sehr beachtenswerthen Umstand vor allen übrigenauszeichnet, dass beide von dem Lager bei Xanten die Lippehinaufführenden Strassen auf dasselbe hinzielen: das Castellkonnte auf der'Strasse des rechten Ufers von jenem Lager ausin fünf Tagen, und unter Benutzung des Seitenarmes überOlfen noch früher erreicht werden; auf der Strasse des linkenUfers bedurfte es nur 4^2 Tagemärsche, und unter Benutzmiodes Seitenarmes über Recklinghausen noch etwas weniger. Vondem Castelle fiussabwärts bis zu dem Lager bei Xanten gibt esaber, ausser den Warten und Marschlagern, keine römischen Be-festigungen mehr, und von dem Castelle flussaufwärts nichteinmal mehr eine Strasse.

Wer nun nach diesen Darlegungen das Castell Älisonicht selbst zu finden weiss, für den wird es über-flüssig sein, noch besonders darauf hinzuweisen.

Bevor ich meine Untersuchungen über die römischen Heer-strassen und Befestigungen vom Rheine aus bis zur Ems ausge-dehnt hatte, schien es mir zweifelhaft, ob es, bei den dürftigenAngaben der alten Schriftsteller und dem Umstände, dass allerömischen Befestigungen in Westfalen, gleich den Strassen, nuraus Erde und Holz bestanden, jemals gelingen werde, die Stelledes so viel gesuchten Castells Aliso mit einiger Sicherheit zuermitteln. Aber schon der General v. Müffling hat auf einbis dahin unbeachtetes, aber sehr wichtiges Hülfsmittel, nämlichdie Erforschung der nach dem Castell hinführenden Römerstrassen,aufmerksam gemacht, und der Oberstlieutenant Schmidt hatmit der Untersuchung dieser Strassen begonnen, jedoch nur einensehr kleinen Theil dieser Untersuchungen ausgeführt, dagegenhervorgehoben, dass »von den Quellen bis zur Mündung der Lippesich kein Terrainpunct findet, der für eine militairische Position,