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der grossen Zahl der sicli in geringen Entfernungen aneinanderreihenden Warten nur erforderlich war, dass jede einzelne nachden beiden ihr zunächst liegenden eine freie Aussicht hatte, unddie grade vor ihr liegende Gegend jenseits der Grenzwehr über-schauen konnte; auch war die Auswahl des Terrains bei den War-ten, wie bei den Wartburgen, durch ihre vorgeschriebene Lage anden Grenzwehren und ihre gegebenen Abstände beschränkt. Vonaufgefundenen beweglichen Gegenständen ist mir, ansser einigenrömischen Ziegelstücken und germanischen Gräbern in ihrer Nähe,nichts bekannt geworden; planmässige Nachgrabungen haben meinesWissens auch noch nirgends stattgefunden. Eine sehr beachtens-werthe Einrichtung findet sich bei mehren Burgen, die nicht anBächen liegen, um für die aufzunehmenden Viehherden den nöthi-gen Wasserbedarf zu liefern. Es sind grosse Tränken, die inForm von Rechtecken zwei Meter tief und darüber in dem Bodenausgegraben sind. Dass dieselben nicht in neuerer Zeit zu öcono-mischen Zwecken angelegt sind, beweisen ihre bedeutenden Dimen-sionen und ihre Lage, oft entfernt von Gebäuden, sowie der Um-stand, dass sie jetzt meisst trocken und ausser Gebrauch befindlich,zum Theil sogar, um sie als Ackerland zu benutzen, fast ganzmit Erde ausgefüllt sind. Diese Viehtränken finden sich auchanderwärts in zahlreichen Burgen Deutchlands noch jetzt vor,manchmal aus dem nackten Felsen gehauen, um das Regenwasserzu sammeln, meistens hat man jedoch ihre Bestimmung nichterkannt.
Während sich an den alten Heerstrassen die Warten gleich-massig aneinanderreihen, wie an den Grenzwehren, kommen dieBurgen fast nur an den Grenzwehren, niemals aber an den Heer-strassen vor, es sei denn da, wo eine Grenzwehr von einer Heer-strasse durchschnitten wird. Die Burgen sind daher als den Grenz-wehren zugehörige und eigenlhümliche Anlagen zu betrachten, undes scheint mir diese Beobachtung für die Erforschung der übrigenzahlreichen Anlagen dieser Art, wie sie sich durch das ganzemittlere Europa erstrecken, von grosser Wichtigkeit. Von den 19Burgen, welche bis jetzt auf der rechten Rheinseite der Provinzermittelt sind, liegen nur 4 nicht an Grenzwehren, und durchspätere Nachforschungen kann selbst noch diese Zahl reducirtwerden. Nun kommen aber die Grenzwehren in eben den Län-