Druckschrift 
Local-Forschungen über die alten Grenzwehren und Schanzen auf der rechten Rheinseite der Provinz Rheinpreußen
Entstehung
Seite
20
Einzelbild herunterladen
 

20

weilen da vorfindet, wo dieselben mit ihren Wällen und Gräbennoch wohlerhalten sind. Es findet sich nämlich, dass in solchenFällen der breitere Wall bald an der innern, bald an der äusserenSeite des von der Grenzwehr umschlossenen Bezirkes getroffenwird, und in dem letzteren Falle bemerkt man noch einen deut-lichen vierten Wall, der neben dem breiteren Walle, und zwarnach der Innenseite liegt, so dass, von Aussen nach Innen betrach-tet, zuerst die beiden schmäleren Wälle mit ihrem Zwischengra-ben, dann der breitere, und zuletzt nach Innen der genannte vierteWall folgt. Derselbe unterscheidet sich von den drei übrigen dadurch,dass er bei einer geringen Kronenbreite eine sehr grosse Böschungs-anlage nach dem innern Raum hin hat, so dass er eine Art Ban-quet bildet, das von dort aus sehr leicht bestiegen werden konnte.Man findet diese Einrichtung noch erhalten an dem Arm derGrenzwehr, der von der Lippe beim Hofe Schulte Barnum nachSüden zieht, und zwar auf der Eger Heide, nördlich von Pütt-mannshof (III, 6), und ferner an demselben Arme weiter nördlichim Walde, wo noch der Banquetwall, der breitere Wall und derdarauffolgende schmälere erhalten ist (IV, 8). Auch dicht ander Lippe zeigt dieser Arm, obgleich sehr beschädigt, noch deut-lich das Banquet und den äussersten Seitenwall (IV, 7). Ebensofindet man im Walde beim Hof Heede, Kr. Wipperfürth, dasBanquet nebst dem breiteren Wall und den drauffolgenden Seiten-wall (XXVI a. 3).

Es bleibt endlich noch die Construction der Grenzwehren vonder Lahn abwärts bis in die Gegend des Siebengebirges zu erörtern.Ich werde zunächst die noch erhaltenen Ueberreste der einzelnenArme der Beihe nach anführen und dann eine Vergleichung mitdenen am Niederrhein folgen lassen. Der von Horchheim nachdem Kratzkopf hinaufziehende Arm bildet nur mehr einen Graben,erst auf der Höhe zeigen sich mehre Gräben und Spuren vonWällen. Der Arm, welcher von Bad-Ems gen Welschneudorfzieht, hat im Allgemeinen dasselbe Profil, wie der Pfahlgrabenim südwestlichen Deutschland; er besteht aus einem breiten Grabenmit dahintergelegenem Walle (XXXV, 1 b, XXXVI, 3). An eini-gen Stellen weicht jedoch das Profil hiervon ab; so findet manvon Ems bis zum Eintritt in den Wald, wie bei dem vorigenArm, nur einen tiefen Graben, der eine Art Hohlweg bildet und