über den Ursprung derselben verschiedene Zeiträume des Alter -thums und selbst des Mittelalters in Anspruch nimmt, und neueAufklärungen über verschiedene Fragen in Aussiebt stellt, derenLösung auf anderem Wege bisher nur unvollkommen gelungenist. Freilich wird hierdurch die ganze Angelegenheit eine vielausgedehntere und verwickeitere, und es tritt daher an den Forscherum so entschiedener die Aufforderung heran, diese Anlagen, soweitdie sehr verstümmelten Ueberreste es gestatten, vor Allem undin allen ihren Beziehungen genau kennen zu lernen. Ich werdedaher diejenigen Resultate, welche sich aus den neu entdecktenThatsachen, in Verbindung mit dem bereits Bekannten, in Bezugauf den Lauf, die Lage und die Construction der Grenzwehrenergeben haben, ohne für jezt in die Untersuchung ihres Ursprungeseinzugehen, in dem nachfolgenden Berichte aneinander zu reihensuchen.
Was zunächst den Lauf der Grenzwehren angeht, so hörtman nicht selten die Meinung aussprechen, dass dieselben von Flusszu Fluss ziehen, überhaupt an schwer zugänglichem Terrain zuendigen pflegen: mit dieser Meinung stimmen die Thatsachen nichtüberein. Sämmtliche von mir aufgefundenen Grenzwehren über-schreiten die Lippe, die Ruhr, die Wupper, die Agger, die Sieg,dieWied, die Sayn, die Lahn und kleinere Bäche ohne alle Rück-sicht, als wären diese Flüsse und Bäche nicht vorhanden, nur alleinder Rhein wird von keiner einzigen Grenzwehr überschritten;alle Wälle und Gräben, die bis an den Fluss laufen, zeigen aufder andern Seite durchaus keine Fortsetzungen. Diese Regel giltjedoch nur für den Rheinlauf im Alterthum, während ein Ueber-schreiten des späteren, veränderten Rheinbettes, wie es zum Theilnoch heutzutage besteht, wiederholt beobachtet ist. Auch tritt derFall niemals ein, dass da, wo der Rhein in späterer Zeit ein verän-dertes Bette eingenommen, sich eine Grenzwehr an das neue Fluss-bett ansetzt, sondern sie nimmt stets an dem ursprünglichen altenBette ihren Anfang oder endigt an demselben, eine Beobachtung, diefür die Bestimmung des Alters der Grenzwehren von Wichtigkeit ist.
Die bis jetzt fortgesetzten Untersuchungen haben ferner dasbereits früher angeführte Resultat bestätigt, dass durchaus keinefortlaufende Grenzlinie auf der rechten Rheinseite der Provinz,wie man dies früher angenommen hat, vorhanden ist, vielmher
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