144Gerede, als auf das Zeugniß der Werke, welche Gott gewirkthaben will.Die zweite Ursache, warum die Prädicanten dieses vollkommeneOpfer ihrer selbst nicht bringen wollen, ist, meine ich, diese: Weilsie von ihrer vollen Schüssel und dem fetten Küchlein nicht scheidenkönnen; weil der eine vor dem andern die meiste Ehre, den größ-tenprofit und das beste Wohlleben sucht; weil sie ferner mitFrau und Kindern so viel zu schaffen haben, daß sie daran nichteinmal denken dürfen, es sei denn, daß ihnen durch eine mißlicheLage der Katholiken z. B. binnen Herzogenbusch im Weichbildeund anderswo, wo fette Pfarreien und Präbenden zu fangen sinddas Thor zu diesen eröffnet würde. Denn Seelen sind Gott seiDank jetzt dort noch nicht viele zu fangen.Da habt ihr nun, Männer, Brüder, die Person, welche ineurer Mitte sich befindet und den ganzen Thatbestand beobachtet,welche sich euch auch nähert, und euch lehrt, wie man den vomheil. Augustin angewiesenen Heiltrank auf angemessene Weise ge-brauchen kann.Ich will nun auch hiermit den edelmüthigen Herzen Nieder-lands gesagt haben, wie weit sie noch von dem Frieden entferntsind, von dem Christus der Herr im Evangelium sagt: „Den Frie-den lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie dieWelt ihn gibt, gebe ich ihn euch.“ Joh. 14, 27.; so lange siesich nämlich weigern den Heiltrank des heil. Augustin einzunehmenund diesen verschmähen, wenn sie gleich auch den zeitlichen Friedennach der Weit genießen.„Der Friede,“ sagt dieser heil. Vater (der aus dem Himmelstammt, den Gott seinen Kindern gibt), „ist die Klarheit desGemüthes, die Stille und Ruhe des Geistes, die Einfalt desHerzens, das Band der Vereinigung, der Mitgenosse der Liebe.Er ist es, der den Unfrieden hinwegnimmt, allen Krieg aufhebt,den Zorn und die Bitterkeit niedertritt; er tritt den Hochmüthigenunter die Füße, und liebet den Demüthigen, er stellt den Streitsüchtigen zufrieden und vereinigt die Feinde. Er gefällt allenMenschen und weiß nichts von Hochmuth.Wer diesen Frieden hat, der halte ihn fest; wer ihn verlo-ren, suche ihn mit großem Fleiße wieder; wer ihn verkannt undvernachlässigt hat, der nehme ihn wieder auf. Denn wer in ihmnicht erfunden wird, der wird vom Vater verstoßen, vom Sohneenterbt und vom heil. Geiste nicht anerkannt." Serm. de verbisDom. in monte.Wo und auf welche Weise kann man diesen Frieden genießen? Das sagen und lehren uns die Worte, die darauf folgen:„So wie der Geist des Menschen nie die Glieder belebt, wennsie nicht vereinigt sind, so macht auch der heil. Geist die Gliederder Kirche nicht lebendig, wenn sie nicht in Frieden vereinigt
Druckschrift
Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
Entstehung
Seite
144
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten