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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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138aufsteigen, ja daß sie von den Ketzern immer sagen kann: Siesind von uns ausgegangen, weil sie nicht von uns waren; dennwären sie von uns gewesen, so wären sie bei uns geblieben.I. Joh. 2.Will man alſo recht und wahr urtheilen, ſo muß ich beken-nen, daß sie die wahre, alte apostolische Kirche ist.Wie kann ich mir ferner einbilden, ja mir selbst weiß ma-chen und glauben, daß unsere lieben Voreltern, nachdem sie ausdem Heidenthum zum christlichen Glauben bekehrt waren, nun all-zumal verdammt sein sollten, und daß auch für uns keine Seligkeit zu hoffen und zu erwarten gewesen, wenn Luther und Calvinnicht zum Vorschein gekommen wären, um den allgemeinenGlauben (den unsere Voreltern von den apostolischen Männernempfangen und bewahrt haben) zu bestreiten, und uns von dem-selben abzuziehen.Wenn ich hieran denke, kann ich mich nimmermehr beruhigenbesonders wenn ich meinen Blick auf die Fußstapfen der Gott-seligkeit richte, die sie uns hinterlassen haben, auf ihren glühendenEifer und ihre Andacht gegen Gott; ferner, wenn ich betrachteihren Glauben, ihre Hoffnung und Liebe, und ihre christlichenherrlichen, guten Werke, die aller Orten so sichtbar und außeror-dentlich sich zeigen. Wenn ich anschaue die prachtvollen Kirchenund Gotteshäuser, Klöster, Hospitäler, Rathhäuser, Akademieenund Hochschulen und deren jährliche Einkünfte; wenn ich audie Bisthümer und Pfarreien, auf die Canonicate und Vicariateauf die Revenuen der Städte und ihre Privilegien meinen Blickrichte, ja wahrlich, so muß ich bei mir selbst sagen: Woher habenwir Alles Dieses? Haben wir es nicht von unseren katholischenVoreltern? Wer zweifelt daran? Niemand. So haben wirdenn von ihnen alle unsere Ehre und zeitliche Wohlfahrt, derenwir uns rühmen, und worüber wir uns Glück wünschen können.Während ich dieses aber nun so betrachte, was muß ich nochmehr sagen? Ich kann nur schweigen und mich schämen,und zwar wegen unserer muthwilligen Bosheit und barbarischenRohheit.Ueber unsere Undankbarkeit nämlich, daß wir jenes durch dieThat und mit dem Werke nicht anerkennen wollen; über unsereBosheit, daß wir so viele Gotteshäuser und Klöster zu Stein-haufen gemacht haben, viele zu Kram= und Kaufläden; viele zuPferdeställen und zu anderen ehrlosen Plätzen gebrauchen. O muth-willige Bosheit, die unverzeihlich ist!!Ueber unsere wilde Rohheit und Frechheit endlich, daß wiralle diese Dinge mit Gewalt an uns gebracht, und sie den recht-mäßigen Erben, für die sie geschenkt und bestimmt sind, entrissenhaben, und sie jetzt auf die ärgerlichste Weise mißbrauchen; jawas noch schlimmer ist, daß wir die rechtmäßigen Besitzer verstoßenverjagt und aus dem Lande getrieben haben; die Katholiken aber