137zu allen Zeiten. Darum nennt der Apostel sie die Kirche deslebendigen Gottes, die Säule und Grundveste der Wahrheit.I. Tim. 3, 15. Und der Herr sagt: „Die Pforten der Höllesollen sie nicht überwältigen. Darum ist ihm der Geist derWahrheit gegeben, der sie alle Wahrheit lehrt, und bei ihr bleibtin Ewigkeit. Von ihr, die da vor aller Augen steht, hat der Herrgesagt: „Wenn Jemand die Kirche nicht hört, den haltet füreinen Heiden und Publikan.“ Matth. 18.Dieß ist auch so augenscheinlich, daß selbst unsere Prä-dicanten genöthigt sind, zwei Gründe aufzustellen, worin Gottwill, daß die Kirche vor der Welt bekannt sei, nämlich umseine Ehre und Glorie zu vertheidigen, die nicht will, daß seineKinder mit den Kindern des Teufels vermischt seien; und dann,weil darin unser Trost besteht, daß wir uns nämlich in dieseKirche begeben und dann versichert sein können, daß wir KinderGottes sind, welche die Verheißung des ewigen Lebens erhaltenhaben. Denn außer der wahren Gemeinde ist kein Heil zufinden.Wenn dem nun so ist, woran wir nicht zweifeln, so seheund finde ich keinen Rath, wie ich die Verheißungen, die Gottseiner Kirche gemacht hat, unserer reformirten Gemeinde anpassenauf sie anwenden könne. Denn wie ich dieses auch immeranfange, ich finde in Wahrheit, daß ich Gott zum Lügner machedaß ich ihm seine Glorie und Ehre raube, und alle unsere gott-seligen Vorältern außer aller Hoffnung der Seligkeit setze.Bevor unsere Reformation entstanden war, also in denvielen Jahrhunderten vorher, wo war damals Gott mit seinenVerheißungen? Wo zeigte er seine Glorie und Ehre? Und wofand man den Trost für die Kinder Gottes? — Was soll ichwas kann ich hierauf sagen? Ich stehe beschämt. Betrachte ichnun aber die Verheißungen, die Christus seiner Kirche gegebenhat, und wende mich dann zur römisch=katholischen Kirche hin, sostehe ich verwundert und bin erstaunt, indem ich klar erkenne undsehe, daß alle seine Verheißungen auf keine andere als andiese passen.Denn zuerst: „Wir wissen sicher, und dawider kann nichtsgesagt werden, daß diese Kirche vor unserer Gemeinde gewesenist. Ja, wir wissen, daß Luther, Calvin und andere mehr, dieseihre Gemeinde nicht haben aufrichten können, oder sie mußtenerst diese katholische Kirche verlassen, und sich ihr als abgeschwo-rene Feinde entgegenstellen. — Dieses spricht Sankt Augustin aus:„Alle Ketzereien sind aus ihr gegangen, wie unnütze Rebzweige, dievom Weinstock abgeschnitten sind.“ — Und der Apostel JudasBruder des Jakobus, sagt: „Das sind die, welche sich selbstabschneiden, fleischliche Menschen, welche den Geist Christi nichthaben.“ — So ist sie also stets die Aelteste, ja so alt, daß manihren Ursprung nicht erreicht, oder
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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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137
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