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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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108Fragt ihr mich nun, um mich schamroth zu machen, ob ichdann jetzt ein solches ruhiges Gewissen habe, von dem ich mit vollemMunde rede, so wisset, daß dasselbe weit anders bestellt ist, alsda wir zusammen mit derselben Brühe begossen waren; ja es istganz anders, jedoch nicht ohne Furcht, von welcher die reformirtenBrüder kein Gefühl haben, weil sie präsumiren, und man ihnenweiß macht, daß sie zum ewigen Leben vorherbestimmt seien; daßsie also deßhalb nicht zu fürchten haben, als könne ihnen die ewigeSeligkeit fehlschlagen. Mein Gewissen ist jetzt in Furcht. Undsollte ich auch nicht fürchten! Gottes auserlesenes Gefäß hat gefürchtet, denn er spricht:Ich bin mir nichts bewußt, aber den-noch bin ich nicht gerechtfertigt, denn Gott ist es, der mich richtet.I. Cor. 4, 4 (dessen Licht klarer scheint als die Sonne, welcherdurchschauet, was mein Gewissen nicht entdecken kann). Sehet,wie er fürchtet, wenn er schreibt:Darum laufe ich so, nicht alsauf etwas Ungewisses; ich kämpfe ebenso, nicht um Luftstreiche zuthun, sondern ich züchtige meinen Leib und bringe ihn in dieDienstbarkeit, damit ich nicht etwa, nachdem ich Andern gepredigthabe, selbst verworfen werde. Und dann soll ich keine Sorge,keine Furcht haben? Sagt ja der Prophet David im Gebete:Durchbohre, Herr, mein Fleisch mit deiner Furcht, denn deineUrtheile haben mich beängstigt. Ps. 118. Und ich sollte dannohne Furcht sein? Der heilige, geduldige und gerechte Job spricht:Was soll ich thun, wenn Gott sich erhebt zum Gerichte? Undwenn er fragt, was soll ich ihm antworten? Job 13.Ichfürchtete bei allen meinen Werken, wissend, daß du des Bösennicht schonest. Job 9, 28.Was soll ich dann thun? Soll ich nicht fürchten?Fern, fern, ja sehr fern von diesem ist der Wahn und daseitle Denken der reformirten Brüder. Sehr wohl hat der heil.Gregor der Große gesagt:Das Gemüth der Gerechten ist stetsbesorgt; (warum?)weil es immer an das kommende Gerichtdenkt. Denn sie fürchten bei Allem, was sie thun, da sie wohlbeherzigen, vor welchem großen Richter sie erscheinen werden.So muß es sein, wenn die Sache ein gutes Ende nehmensoll. Der reformirte Bruder kann es nicht hören noch leiden,daß die Werke der Gläubigen und Gerechten von Gott werdengerichtet werden. Wir aber wissen und sind davon überzeugtdaß Gott nicht vergebens gesprochen hat:Zu seiner Zeit werdeich die Gerechtigkeiten richten. Der heil. Bernard sagt überdiese Worte:Gott sagt hier (wenn ich nicht irre), daß er dieWege der Gerechten und ihre Werke richten wird. Es ist sehrfecit: nec aliena, quia non approbavit: nec negligentiam, quia non tacuit:nec superbiam, quia in unitate permansit. Lib. 2 de anima cap. 9.Justorum mens semper sollicita venturo examini intendit. Omneenim, quod agunt metuunt, dum caute considerant, ante quantum judicemstabunt. Lib. 8. Moral. cap. 15.2 Cum accepero tempus, ego justitias judicabo. Ps. 74. 3.