105der Gott des Friedens wird mit euch sein.“ Philipp. 4, 8 u. 9.„Denn ich vermag Alles in dem, der mich stärkt.“ V. 13.Auch sagt ihr, daß ihr noch stets zu aller Bosheit geneigtseid, und daß ihr eure Schuld täglich noch vermehret. Unglück-licher Zustand eines Menschen, wo solches geschieht! — Da sprichtganz anders der Apostel von sich und seinen Nachfolgern im ach-ten Kapitel des Römerbriefes vom Vers 1 an: „Demnach gibt esnun keine Verdammniß mehr für die, welche in Christo Jesu sinddie nicht nach dem Fleische wandeln. Denn das Gesetz des Gei-stes, der lebendig macht in Christo Jesu, hat mich vom Gesetzeder Sünde und des Todes befreiet. Denn was dem Gesetze un-möglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt ward, das hat-Gott bewirkt, indem er seinen Sohn in der Gestalt des sündigenFleisches und wegen der Sünde sandte, und die Sünde im Fleischeverdammte, damit die Satzung des Gesetzes in uns erfüllt werde,indem wir nicht nach dem Fleische wandeln, sondern nach demGeiste. Denn die fleischlich sind, trachten nach dem, was desFleisches ist“ (wie die reformirten Brüder auch wissen und es gernbekennen), „die aber geistig sind, streben nach dem, was des Geistesist“ (wie Paulus mit seinen Nachfolgern in der Wahrheit sagenkann). „Denn die fleischliche Gesinnung ist Tod, die geistige Ge-sinnung aber Leben und Friede. Denn die fleischliche Gesinnungist Feindschaft wider Gott, weil sie sich dem Gesetze Gottes nichtunterwirft; denn sie vermag es nicht. Welche fleischlich sind, diekönnen Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht fleischlich, sonderngeistig, wenn anders der Geist Gottes in euch wohnt. Wenn aberJemand den Geist Christi nicht hat, der ist nicht sein. Ist da-gegen Christus in euch, so ist zwar der Leib sterblich um derSünde willen; der Geist aber lebt um der Gerechtigkeit willen.So weit der Apostel. Wer nun nicht sieht, was diese Worteeuch, D. Crusi! und euren Confratres sagen in Hinsicht auf dieNothwendigkeit, ein gutes Gewissen zu haben, der ist sehend blindund so ist es dann unnöthig, über diese Worte eine weitere Aus-legung zu geben.Indessen um des kurzen Gedächtnisses vieler Menschen willenund auch um der großen Blindheit und des verkehrten SinnesEures Herzens willen, D. Crusi, muß ich doch noch Folgendesbemerken:Ich muß mich nämlich sehr wundern, ja ich kann mich nichtgenug darüber verwundern, daß Ihr, ein Mann von so großer Ge-lehrtheit, Weisheit und Vorsichtigkeit, aus diesen Worten desApostels (die doch so klar sind, daß sie nicht klarer gesagt werdenkönnen) nicht sehen und lernen könnt, worin das gute Gewissenbesteht, und wie man es erlangen und besitzen kann.Sagt denn der Apostel nicht ganz klar, daß die, welche inChristo Jesu sind und nichts Verdammliches mehr an sich haben,nicht nach dem Fleische wandeln? — Wie wird dann der Ver-
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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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105
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