98indem sie uns rein gewaschen und aus der Macht des Teufelserlöset hat durch das kostbare, theuere Blut desjenigen, welcherda spricht: „Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben. Vin mir bleibt, und ich in ihm, der bringt viele Früchte.“ Joh.15, 5. Der Weinstock also ist Christus, von dem der ApostelPetrus sagt: „Der unsere Sünden getragen hat in seinem Leibeam Holze, damit wir der Sünde gestorben, der Gerechtigkeitleben mögen.“ I. Petri 2. — Und wiederum: „Darum umgürtetdie Lenden eures Gemüthes, seid nüchtern, und setzet eure ganzeHoffnung auf die Gnade, die euch bei der Erscheinung JesuChristi dargeboten wird, als gehorsame Kinder nicht mehr euchergebend den Lüsten, wie vorher in eurer Unwissenheit, sondernnach dem Heiligen, der euch berufen hat, damit ihr selbst auchheilig werdet in all' eurem Wandel. Denn es steht geschrieben„Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.“ 1. Petr. 1, 13—16.Diese Worte schreibt und prägt tief in eure Herzen, denn siesagen Alles, was nur zu sagen ist; vorzüglich aber jene, daß ihrvollkommen hoffen sollet auf die Gnade, die Christus euch anbietet, als Kindern des Gehorsams; und seid in all' eurem Wan-del heilig. Erfüllet ihr das, so thut ihr alles, was zu thun ist.Und was ist zu thun, daß ihr aus dem Staube und Schmutzeeurer Sünden euch erhebet, und mit dem Vater Augustinussprechet: O, meine Seele, o geliebte christliche Seele, wache dochauf; und wenn du noch einige Kraft oder Tugend der Liebe indir hast, die alles überträgt, so folge den Fußstapfen deinesHerrn (der sich selbst für dich erniedrigt hat, und ist seinem Va-ter gehorsam geworden bis zum Tode des Kreuzes); denke dochwie viel tausend Märtyrer dir diesen Weg gebahnt haben. Diesen Weg sind gewandelt die heiligen und unbefleckten Jungfrauen,die den heil. Märtyrern gefolgt sind. Vor diesem Wege haben sichnicht gefürchtet, sondern sind ihn freimüthig gegangen sogar un-mündige Kinder, sowohl Knäblein als Magdlein, und du willstnoch fürchten? Warum fürchtest du? Der ihn dich lehrt, ist derWeg, die Wahrheit und das Leben. Er ist der Weg, der nichtirre leiten kann; er ist das Leben, was nicht abnehmen noch ver-gehen kann. Er ist der Weg, dir zum Beispiel, die Wahrheit,worauf du dich verlassen kannst, und das Leben dir zum siche-ren Lohn für die ganze Ewigkeit.“ Das sind Worte, Wünsche,Seufzer und Begierden eines gläubigen Herzens, welches Chri-stum und seine eigene Seligkeit lieb hat. Der Weg aber, den diereformirten Brüder wandeln, wie ist der beschaffen? Ist er auchjenem gleich? O, meine lieben Freunde, darüber wäre vieles zuſagen.Doch kurz geredet: Auf dem Wege, den sie wandeln, findensie keine andere Beschäftigung nach ihren eigenen Worten, als das10 anima Christiana! evigila: et si qua in te sit virtus Charitatis, quaeomnia sustinet, Domini tui imitare vestigia etc. Lib. de doct. Christi.
Druckschrift
Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
Entstehung
Seite
98
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten