95sind. Wie das Buch Ecclesiasticus 5, 5 es lehrt, stellt ja derweise Mann unter seinen Sprüchen 18, 14 auch diesen auf:„Selig der Mann, der allezeit fürchtet;“ wozu denn auch derkönigliche Prophet alle gläubigen Herzen ermahnt mit den Wor-ten: „Dient dem Herrn mit Furcht, und jubelt vor ihm mit Zit-tern. Ps. 2, 14; und uns zum Beispiel ruft er zu Gott umHülfe und bittet um diese Furcht: „Verwunde mein Fleisch mitdeiner Furcht; denn vor deinen Urtheilen erschrecke ich.“ Ps. 118.Wollt Ihr auch noch die Posaunen des Evangeliums vernehmenso hört: „Wirket Euer Heil mit Furcht und Zittern.“ Phil.2, 12.Niemand vermag die Worte zu vertilgen aus der Schrift,wo sie spricht Eccle. 9, 1: „Es gibt Gerechte und Weise, derenWerke in der Hand Gottes sind; und dennoch weiß der Menschnicht, ob er des Hasses oder der Liebe würdig ist, sondern alleDinge werden bis zur künftigen Zeit in Ungewißheit gehalten.Darum sagt der heil. Hieronymus: „Sage nicht, daß jemand vordem Tode selig sei; denn so lange wir leben, sind wir im7 1Streit; so lange wir aber streiten ist der Sieg unsicher.Sankt Augustinus trägt kein Bedenken hierüber zu sagen:„Wiewohl die Heiligen sicher sind des Lohnes ihrer Beharrlich-keit, so sind sie doch unsicher, ob sie ausharren werden. Dennwelcher Mensch wüßte, daß er in seinem Wirken und Fortschrei-ten in der Gerechtigkeit bis zum Ende ausdauern werde, es seidenn, daß er durch eine Offenbarung darüber Gewißheit erhaltevon dem, welcher hierüber in seinem gerechten und verborgenen2½Urtheile nicht alle aufklärt, aber Niemand täuschet?Hiermit stimmt der heil. Gregor der Große ganz übereinwenn er spricht: „Weil das Urtheil des allmächtigen Gottes un-ergründlich ist, so weiß der Mensch nicht, woher er kommt undwohin er geht; denn man kann nicht wissen, ob einer in der em-pfangenen Gnade immer verharren wird.“3 Lehren uns das nichtdie schrecklichen Beispiele, die die heilige Schrift in Mengeliefert?Lucifer mit seinem ganzen Anhang, einer der höchsten Engel,der wie ein herrlicher Morgenstern, geschmückt mit den schönstenkostbarsten Gaben, leuchtete, ist er nicht in einem Augenblick wieein Blitz vom Himmel gefallen, „mit Ketten der Hölle hinabgezo-gen, der Pein übergeben, um sie zum Gerichte aufzubewahren1 Ne beatum dixeris quempiam ante mortem: quamdiu enim vivimus,in certamine sumus, quamdiu in certamine, nulla est certa victoria L. 2adv. Pélag.2 Licet sancti de suae perseverantiae praemio certi sint, de ipsa tamenperseverantia sua sunt incerti. Quis enim hominum se in actione profectuque justitiae perseveraturum usque in finem sciat, nisi aliqua revelationeab illo fiat certus, qui de hac re justo latentique judicio non omnes instruitsed neminem fallit. Lib. 11 de Civit. Dei. Cap. 12s Quia judicium omnipotentis Dei imperscrutabile est, unde veniatet quo vadat homo nescit: quia sciri non potest, an quis in gratia, quamrecepit, perseverare in perpetuum debeat. Lib. 16 in Reg.
Druckschrift
Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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95
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