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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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94Fünfundzwanzigstes Kapitel.Jetzt kommt die vierte Schwester, genannt Secretum decreti, das heißt: die Ver-borgenheit des ewigen Rathschlusses Gottes, die den guten Willen lehrt, wie er mitden vorgenannten Schwestern haushalten muß, damit alles gut von Statten gehe,und kein Unheil zu ihrem großen Schaden eintrete.Nachdem der gute Wille Bekanntschaft und große Gemein-schaft mit den vorgenannten Schwestern gemacht hatte und aufdie älteste, um dieser seine Vorliebe zuzuwenden, sein Auge ge-worfen hatte mit den Worten Ps. 118, 60:Herr, mein Theilist, daß ich Deine Gebote befolge; als ferner die anderenSchwestern dem Willen glückwünschten, und ihm ihre Dienste anboten: Siehe, da tritt die vierte hervor, die ich mit Verwunde-rung anschauete, weil sie die allerschönste war, in der Meinung,sie sei auch die jüngste, worin ich jedoch fehlschlug; denn sie warin Wahrheit die allerälteste, und heißt: Secretum Decreti. Wirkönnen sie in unserer Sprache die geheimnißvolle Verborgenheitoder das Geheimniß des ewigen Rathschlusses Gottes, den ver-borgenen Rath, den unveränderlichen Rathschluß der ewigen Vor-herbestimmung, der allen Creaturen Gottes unbekannt ist, nennen.Von ihr redet der Apostel Paulus mit großer Verwunderungwenn er an die Römer 11, 33 schreibt:O Tiefe des Reichthums der Weisheit und Erkenntniß Gottes! Wie unbegreiflichsind seine Gerichte, und wie unerforschlich seine Wege. Denn werhat den Sinn des Herrn erkannt? Oder wer ist sein Rathgebergewesen?Diese Tochter, welche durch ihr stattliches, ansehnliches undernstes Wesen bei allen ihren Liebhabern sehr bewundert wirdmacht auf alle Kinder Gottes einen solchen Eindruck, daß sie,so lange sie in diesem vergänglichen Tabernakel und in diesemThränenthale verweilen, in großen Sorgen leben, und auf demWege zum himmlischen Vaterland stets sehr vorsichtig, ja inFurcht wandeln. Sie erkennen nun, daß ihr ganzes Leben einbeständiger Kampf gegen den Teufel, die Sünde und ihr eigenesFleich sein muß, ja daß sie nicht versichert sind, welchen Ausgang,welches Ende dieser Streit haben wird.Wir wohnen ja hienieden unter dem Dache eines Hauses von Lehm, worin wir stecken, wie die Schildkröte unterihrem Schilde; wir haben unser Fleisch und Blut nachzu-schleppen, gegen welches der Geist täglich streiten muß; wirfallen und straucheln deßhalb wegen der Schwachheit und Ohnmacht des Geistes auch öfters, wie geschrieben steht Sprüche24, daß auch der Gerechte siebenmal im Tage fällt, so daßkeiner mit Sicherheit sagen kann: Mein Herz ist rein vonSünden und sauber von allen Gebrechen. Was aber noch mehrist, diese ernste Schwester verlangt von uns, daß wir nie ohneFurcht leben sollen, auch sogar wegen der Sünden, die vergeben