92Verderben ernten; wer auf den Geist säet, wird vom Geiste dasewige Leben ernten.“ Gal. 6. 8. So lehrt der Apostel PaulusUnd wiederum: „Ein jeder wird empfangen den Lohn gemäßseiner Arbeit.“ I. Cor. 3, 8. „Denn alle werden sie vor denRichterstuhl Jesu Christi gestellt werden, wo ein jeglicher Rechenschaft wird geben müssen für sich selbst, und empfangen entwederLohn oder Strafe, je nachdem er gethan hat.“ Röm. 14;II. Cor. 5. Denn dieses ist das Wort des Evangeliums, welchesaus dem Munde Christi gekommen: „Des Menschen Sohn wirdkommen in der Herrlichkeit seines Vaters, mit seinen Engeln, undzutheilen Jedem seinen Lohn nach seinen Werken.“ Matth. 16.Und wiederum: „Siehe ich komme bald, und mein Lohn ist mitmir, um zu geben einem jeden nach seinen Werken.“ Apoc.22, 12. Ist es denn nun nicht der Mühe werth, hier zu gedenkendaß wir anfangen dafür zu sorgen und es darauf anzulegen, inder angenehmen, gnadenreichen Zeit (II. Cor. 6: Heute, wenn Ihrdie Stimme des Herrn hört, verhärtet nicht Eure Herzen), mitFurcht und Zittern unser Heil zu wirken, Philip. 2; bevor unsder Tod über den Hals kommt? Denn es ist sicher, wohin derBaum fällt, dort bleibt er liegen; das heißt: Es folgt dann als-bald die unabänderliche Sentenz, entweder: „Kommt, ihr Gebene-deiten meines Vaters, besitzet das Reich, was Euch von Anbeginnbereitet ist,“ Matth. 25; oder: „Geht von mir, Vermaledeite, insewige Feuer, welches dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist.— Darum laßt uns ſtets die Worte des heil. Auguſtin erwägen:„Hier erwirbt man alles Verdienst, wodurch ein Jeder nach die-sem Leben erleichtert oder beschwert werden kann. Niemand sollindessen hoffen“ (noch leichter sich darauf verlassen), „daß ernach seinem Tode bei Gott noch etwas verdienen, oder das, waser hier versäumt hat, dort wieder erwerben könne.Wie sehr verrechnet sich darnach unser Crusius und seineConfratres; wie gewaltig irren sie, die da den Himmel ohne ver-dienstliche Werke besitzen wollen! Was sage ich, „verdienstlicheWerke?“ Sie behaupten, der Himmel komme ihnen zu, wenn sieauch keines von allen Geboten Gottes gehalten haben, wenn sieauch zu allem Bösen geneigt sind und bleiben, wofern sie nurblos glauben. Crusius wird nun nach seiner alten Gewohnheitsagen: ich rede so einzig und allein aus Unverstand und großerUnwissenheit. Indessen mit diesem Unverstand und dieser großenUnwissenheit ziehe ich ihn vor die Richtbank des großen Apostelsdes Lehrers der Heiden. Dieser soll sein Gutachten geben, er sollurtheilen über uns beide, wer Recht und wer Unrecht hat.Still' also, Brüder! neiget ruhig eure Ohren! denn derApostel spricht! „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf1 Hic omne meritum comparatur, quo possit post hanc vitam relevariquis piam vel gravari. Nemo autem se speret, quod neglexit, cum obieritapud Deum promereri. In Enchirid. cap. 110.
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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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92
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