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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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62mich nicht seit fünf und dreißig Jahren einen Pfaffen gesehen zuhaben, als auf einer Reise in der Stadt s'Heerenberg anno1629, als ich Inspector war, wo ich dann meinem Mitbruder zuriefSiehe da einen von dem geschorenen Haufen, einen Baalspriester!Vigilanti cura intentio pensanda est. Greg. in moral. Einalter Lehrer sagt: Urtheile nicht über den Mann, bis daß duwohl weißt, was er im Schilde führt und was er vor hat.Crusius sagt: Heißt das nicht auf fein päpstlich leben, wennman Freitags und Samstags und durch die ganze Fasten keinFleisch ißt?Zelhorst: Fasten ist nicht verboten, sondern geboten, undwas die Enthaltung von Fleisch betrifft, so folge ich darinPropheten Daniel, welcher bei seinem Fasten kein Fleisch,demnoch Wein, noch feines Brod genießen wollte.Crusius: Hast du nicht gelesen, daß es im N. T. eine Lehredes Teufels ist, daß man sich von einer Speise, welche Gott geschaffen hat, enthalten und sie verbieten solle? Alle Creaturensind gut und werden durch das Gebet und Wort geheiligt. Darummuß man keine Speise aussondern und verwerfen.Zelhorst: Wer verwirft die Speise? Hat Daniel das Fleischden Wein und feines Brod verworfen? Hat er dafür nicht Gottgedankt und gebeten? Antworte, und bestrafe ihn, wenn er darinschlecht gehandelt hatCrusius: Ich sage, was Paulus sagt!Zelhorst: Auch ich sage, was Paulus sagt, und bleibe dabei;daß ich aber deine Meinung und dein Wort für recht halten soll,darüber ist mir noch kein Bescheid geworden. Es scheint, daß ihreuch einbildet, ich sei ein Manichäer, oder Tatianer, oder Mar-cionist, welche der Apostel schon vorher gleichsam mit dem Fingerangezeigt und sie kennbar gemacht hat, wie der heil. Hieronymusbezeugt.Halt Brüder! Laßt uns einen solchen Sprung nicht thun!Denn ich spreche mit demselben Vater: Nos et creaturam omnem laudamus Dei, et maciem saginæ, abstinentiam luxu-riæ, jejunia præferimus saturitati, Lib. 2 cont. Jovin. Dasist: Wir loben alle Creaturen Gottes (mit der ganzen Christenheit),was wir aber thun, ist dieses: Wir achten höher die Mager-als die Fettigkeit (welche gewöhnlich durch überflüssiges Essen undTrinken kommt); wir schätzen mehr die Enthaltsamkeit und Nüch-ternheit, als die Unmäßigkeit, den Ueberfluß und die Wollust, mehrdas Fasten, als den vollen Bauch. Nicht darum, weil wirglauben, das Fleisch sei unrein, wie die genannten Ketzer es ge-than haben.Der heil. Augustin sagt:Die katholischen Christen, nichtdie Ketzer, enthalten sich, um ihren Leib zu bezähmen und ihn demGeiste unterthänig zu machen, auf daß die Seele bei den unziemlichen Bewegungen mehr gedemüthigt werde, nicht blos vom Fleische,