57derum zu verlassen, sagte zu mir: Du gehst jetzt dem Haufen derPäpstlichen zu, wirst aber dort nichts anderes sehen noch finden,als eine geistliche Zauberei, eine große Verblendung und einenGräuel aller Abgötterei; du wirst finden ein Volk voll der Heu-chelei und Falschheit, die schöne Worte geben, aber es nicht auf-richtig meinen. Darum bedenke dich wohl, bevor du dich mitdeiner Hausfrau und deinen Kindern jeglichem Ungemach, Drang-sal und Leiden preisgibst! Ist das nicht eine richtige Angelegen-heit? Besonders wenn man dich und deine Verhältnisse kenntDenn weder die Noth noch irgend eine zeitliche Schwierigkeit habendich dazu bewegen können, da du ja nach deinem Genügen mitallem Erwünschlichen versehen bist, und über Mangel an Vergnügenund Wohlsein nicht klagen kannst, indem Gott überdies mit einerwackeren und freundlichen Hausfrau, mit lieben und wohlerzogenenKindern dich beschenkt hat. Dabei hast du noch Vater und MutterBrüder und Schwestern, Freunde und Verwandte, die dich achtenund lieben; du wohnst an einem Orte, den du dir nicht besserwünschen könntest, wo du nach deiner Bequemlichkeit leben unddeine alten Tage in Stille und Ruhe zubringen kannst. Achtetnun ein Mann, wie Du bist, dieß alles nicht, setzet er alles aufdie Seite, und gibt sich den Schein, als verachte er seine Wohl-fahrt, sein Glück und Wohl, und setzt sich selbst sammt denSeinigen der größten Gefahr der Armuth und alles Elendes ausist das nicht fürwahr eine große Thorheit? Ist das nicht einWerk des Unsinnes wie des Unverstandes? wie alle seine Con-fratres urtheilen, die es ihm gewißlich nicht im Mindesten nachthunwerdenDas ist freilich, meine lieben Männer, von eurem Stand-punkte gut gesprochen! Hätte mich Christus, der Seligmacher derWelt, nicht geschreckt mit den Worten: „Am Tage des Gerichtswerden die Menschen Rechenschaft geben müssen von jedem vergeb-lichen Worte, was sie geredet haben“ (Matth. 12), hätte michnicht geschreckt die Posaune des Evangeliums, welches schreibt:Wir alle werden erscheinen vor dem Richterstuhle Christi, umRechenschaft zu geben, jeder für sich, und den Lohn empfangenje nachdem wir gethan, Gutes oder Böses“ (Röm. 14), so daßselbst der h. Paulus fürchtete, da er sprach: „Ich kasteie meinenLeib, und bringe ihn unter meine Gewalt, damit ich nicht, währendich anderen predige, selbst verworfen werde“ (I. Cor. 9); — jahätte mir dieser große Heiden=Apostel keine Furcht beigebracht mitseinem Wort und Beispiel, und nicht minder der h. Job, derProphet David, der h. Augustnius und Hieronymus; fürwahr, ichwäre vielleicht niemals katholisch geworden, und hätte ich das ver-lassen, womit mich die Welt begunstigt hatte.Aber was nutzt es dem Menschen, so er auch die ganze Weltgewänne, aber an seiner Seele Schaden litte!Sagt mir nun aber, welche Gründe die verlaufenen Pfaffen und
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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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