49müßtet ihr denn beweisen, daß ihr Götter seid. Vielleicht seidihr von Jupiters Geschlecht, der von Mercur den Auftrag erhalten,uns zu berichten, was die Götter im Himmel machen und wollendaß wir thun sollen! Da wir Christen aber nur Einen Gottkennen, welcher die höchste, ewige Wahrheit selbst ist, der gesagthat: «Ego Deus, et non mutor.» „Ich bin der unveränderlicheGott.“ — Darum sage ich euch: „Fürwahr, wenn auch Himmelund Erde vergehen, so soll kein Jota vergehen vom Gesetze, bisAlles erfüllt ist.“ Matth. 5, 18. So ist dann auch billig undmir wohl zu verzeihen, wenn ich mit der Schrift sage: „daß ihrlügenhafte Lehrer, ungetreue Arbeiter, irreführende Geister, dieden Geist Christi nicht haben, falsche Propheten, welche Secten desVerderbens gründen, die den Menschen Freiheit versprechen, daihr selbst Knechte und Sklaven der Ungerechtigkeit seid. — Waskönnt ihr dawider vorbringen, da die Schrift selbst dieses voneuch sagt?Gott ist wahrhaft, aber alle Menschen lügenhaft. Dieß istwahr und wird auch wahr bleiben, so lange Gott Gott ist. Abermeine guten Männer, auch das ist wahr und kann in Ewigkeitnicht verändert werden, wovon der heil. Johannes in seiner Offen-barung Zeugniß gibt mit den Worten: „Und ich sah, und siehe,das Lamm stand auf dem Berge Sion und mit ihm hundert vierund vierzig Tausend, welche seinen und seines Vaters Namen aufihren Stirnen trugen. Diese sind erkauft als die Erstlinge unterden Menschen, Gott und dem Lamme. Und in ihrem Munde istkeine Lüge gefunden, denn sie sind ohne Makel vor dem ThroneGotteApoc. 14.Ihr nun zählet freilich nicht so viele Apostel und ProphetenWollen wir hierüber den rechten Aufschluß und den wahren Sinnhaben, so müssen wir darüber die Posanne des Evangeliums, denheil. Paulus, reden hören, Ephes. 2, 1 2c.: „Und euch, die„ihr todt waret in euren Sünden und Missethaten, in welchen„ihr einst wandeltet nach der Weise dieser Welt, nach dem„Fürsten, der Macht hat in dieser Luft, dem Geiste, der„jetzt wirksam ist in den Kindern des Unglaubens, in welchem„auch wir Alle einst wandelten in den Gelüsten unseres Fleisches„vollziehend den Willen des Fleisches und der Begierden, und von„Natur Kinder des Zornes waren, wie auch die übrigen; Gott„aber, der reich ist an Erbarmungen, hat um seiner überaus großen„Liebe willen, womit er uns geliebt hat, uns, die wir todt waren„in Sünden, mitbelebt in Christo (durch dessen Gnade ihr erlöset„worden), und mit auferweckt und mitversetzt in den Himmel in„Christo Jesu, um in den folgenden Zeiten den überschwänglichen„Reichthum seiner Gnade zu zeigen, durch die uns in Christo„Jesu erwiesene Güte.“ Da habt ihr nun aus dem Munde desApostels, was wir von Natur sind und was viele tausend Heiligegeworden sind, und auch wir werden können.Zelhorst, Bekehrungsgründe.
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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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49
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