234lische und griechische Kirchen. In den Verkaufshallenwaren namentlich Corinthen und Muscatwein zu kaufen.Auch der Blumenmarkt war sehr schön. In einiger Ent-fernung von der Stadt thront auf einem Berge dasKastell, welches beinahe die ganze Insel beherrscht. Eswurde uns gesagt, die Insel Zante, die eine reizendeLage hat, zähle 60,000 Einwohner und soll die schönsteInsel der Levante sein. In den Straßen bemerkten wirmehrere Gruppen Menschen zusammenstehend und sicheifrig unterhaltend. Wir bedauerten nicht länger bleibenzu können und kehrten zum Schiff zurück, wo uns einLandsmann, Herr Tusch aus Solingen, der hier unserSchiff bestiegen und bis zur nächsten Insel ein lieberReisegefährte war, Folgendes erzählte: „In der vorigenNacht wurde nahe bei der Stadt Zante in einem alleinliegenden Hause die ganze Familie, bestehend aus Mann,Frau und drei Kindern nebst der Dienstmagd ermordet.Die weltliche und auch die geistliche Behörde gaben sichalle Mühe, die Thäter zu ermitteln und um dies schnellerzu erreichen, hatte bereits am frühen Morgen der grie-chische Bischof selbst mit aller Feierlichkeit an allenStraßenecken der Stadt den Bannfluch ausgesprochen,nicht nur über die Mörder, sondern auch über alle die,welche von dieser scheußlichen That irgend eine Kennt-niß hätten und der weltlichen Behörde nicht sofort An-zeige davon machten“. Um 9½ Uhr lichtete das Schif-die Anker und wir fuhren von herrlichem Wetter be-günstigt, wieder an viele schön bewachsene Inseln vorbei.Um 2 Uhr landete das Schiff an der Insel Kephaloniaund zwar in dem großen, schönen Hafen bei der Stadt
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Seite
234
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