Druckschrift 
Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
212
Einzelbild herunterladen
 

212Raumes zur Küche eingerichtet, der andere Theil dienteals Stallung für Pferde, Ochs, Esel 2c. . . . Ueberdem Raume, den das Vieh einnahm, war der sogenannteEmpfangssalon. Wir mußten eine kleine unbequemeTreppe ersteigen. Oben angekommen, war der Fußbodenmit persischen Teppichen belegt und rings herum warenrothe damastseidene Divans und Kissen, worauf wir unsniederlassen mußten. Der Pater Präses machte den Doll-metscher. Zuerst wurde uns die ganze Familie vorge-stellt, alle schöne kräftige Gestalten, dann gab es Kaffeeund den unausbleiblichen Nargileh, wobei Letzterer, zumZeichen der Freundschaft, von Mund zu Mund gingDer Stammvater erzählte uns viel von Napoleon I. undden Franzosen, die Ende des vorigen Jahrhunderts dortin der Nähe gelegen haben. Es war überall sehr reinlichund ich fühlte mich recht behaglich, nur das Eine wolltemir nicht gefallen. Als ich nämlich im Begriffe war,eine Cigarre anzuzünden, nahm der die Pfeifen bedie-nende Mucker keinen Anstand, die Cigarre zuerst in denMund zu nehmen, dieselbe anzurauchen und dann siemir so schnell wie möglich in den Mund zu stecken. Aufden Wunsch des Pater Präses mußte ich gute Mienezum bösen Spiel machen und die Cigarre acceptiren.Wir nahmen Abschied und zogen gegen Nazareth. AmAbend erhielt ich den vom Berge Tabor mitgebrachtenStein vom Pater Präses zurück, welcher auf den Wunschdes Marien=Vereines bestimmt ist, als Grundstein zu derin meiner Vaterstadt Düsseldorf zu errichtenden Marien-säule zu dienen. Der hochw. Herr hatte die Güte, denStein an die Stelle zu legen, wo Maria betete, als der