211geleitet von Nonnen unter dem Namen: „Damen vonNazareth“. Die Schwestern hatten auch 30 Waisenkinderzu erziehen, deren Eltern zu Damaskus im Jahre 1860ermordet worden waren. Es war hier sehr reinlich unddas Kloster hat eine recht gesunde Lage. Die gutenSchwestern gaben uns ein Andenken, welches wir unteruns verloosten, der glückliche Gewinner war ich nicht.Etwas später ging ich, sowie auch noch einige Herrenund der Pater Präses nach dem eine kleine Stunde vonhier entfernten Jaffa Sapha und besuchten das Hausworin die Apostel Jacobus und Johannes geboren waren.Hier steht eine dem gänzlichen Verfall nahe kleine Kirche.Auf diesem Wege sahen wir „Naim“, wo der Herr denSohn der Wittwe vom Tode erweckte mit den Worten:„Jüngling, ich sage Dir, steh' auf“. — In der Ent-fernung war der Berg Carmel und der Tabor und zwi-schen beiden eine liebliche Thalgegend, und sahen wiraußerdem Naim, Endor, wo die Hexe wohnte, die demKönige Saul wahrsagte und ihm sein Verderben ankün-digte. Auf dem Rückwege folgten wir einer Einladundes Scheik von Jaffa, in diesem Hause ging es rechtpatriarchalisch zu. Dort angekommen, wurden wir amEingange vom Scheik empfangen und in das Innere desGebäudes, welches aber nur einen großen Raum bildet,geführt. Links vom Eingang befanden sich die ſoge-nannten Kornkammern, wo die Vorräthe für ein ganzesJahr aufgespeichert waren. Dem Eingang gegenüberwaren Teppiche und Matten aufgerollt, denn hier warendie Schlafstellen für Mann und Weib, Kinder, Knechteund Mägde. An der rechten Seite war ein Theil des14*
Druckschrift
Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Seite
211
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