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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
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203blaue Brille trug nicht dazu bei, mir ein freundlichesAussehen zu geben. So näherten wir uns gegen 5 Uhrder Stadt. Tiberias ist eine alte Festung und hattevor dem Erdbeben am 1. Januar 1837 über 30,000Einwohner, jetzt aber nur noch 500 Türken, 5000 Ju-den und etwa 200 Katholiken. Von dem Erdbeben hatdie Stadt viel gelitten; an den Festungsmauern, Thür-men und Thoren zeigten sich in Folge davon viele Risse;die Franziskaner besitzen dort eine kleine Station, welchevon zwei Vätern und zwei Brüdern bedient wird. Alswir am Festungsthor ankamen, bemerkten wir, daß aufdem Pflaster viele Türken und Juden lagen, die unsden Eingang versperrten. Der Franziskaner=Pater sagtezu mir:Reiten Sie als Beduine vor und schreienrecht tüchtig, damit uns das Volk Platz macht. Ichritt vor und in dem Augenblick, als ich schreien wollteöffnete ein Jude seinen Mund und sprach:Willkommen,meine Herren, in Tiberias! Willkommen, meine Herrenaus Deutschland!Wie, rief ich,ein Deutscher hier,in Türkentracht?Nein, ich bin kein Deutscher, sagteder Sprecher,ich bin aus Tiberias und wohne hier,bin aber wohl 30 Jahre in Geschäften in Deutschlandgewesen und kenne deutsche Gebräuche und Sitten, darfich Ihnen meine Dienste anbieten?O, sagte ich,lieber Mann, dann haben Sie die Güte und schlagendas faule Türkenvolk aus dem Wege, damit wir durch-reiten können. Er entsprach sogleich meinem Wunscheund machte uns, wenn auch auf eine recht unsanfte Weise,Platz, wofür ich ihm sehr dankbar war. Der PaterFranziskaner aber lehnte aus guten Gründen alle wei-