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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
172
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172Wie süß wäre es für mich, mit bloßen Füßen über den Trümmerndeines Heiligthums an den Ort zu gehen, wo sich die Erde öffnete,um die Bundeslade und ihre Cherubim in ihren Schooß aufzu-nehmen. Ich würde von meinem Haupte diesen eiteln Schmuckreißen und das Schicksal verfluchen, das deine frommen Anbeterauf eine gemeine Erde geworfen hat. Wie könnte ich mich denFreuden dieses Lebens überlassen, wenn ich Hunde deine jungenLöwen forttragen sehe? Meine Augen fliehen das Licht des Tages,das mich Raben sehen läßt, welche die Leichen deiner Adler in denLüften entführen. Halte inne, Leidensbecher, laß mir einen einzigenAugenblick Ruhe, denn schon sind alle meine Adern voll deinerBitterkeitenDann begaben wir uns nach dem Berge Sion, sahenhier dieBurg Sion, wovon die Propheten sagen:Von Sion wird das Gesetz ausgehen und das Wortdes Herrn von Jerusalem und der Psalmist singt:Das Scepter deiner Macht wird der Herr aussendenaus Sion, um zu herrschen in der Mitte seiner FeindeWir überzeugten uns, daß dieselbe durch eine Brückemit dem alten Tempel in Verbindung gestanden habenmuß. Wir kamen an mehrere Cactussträuche vorbei,worin sich außerordentlich viele Hunde aufhielten, welcheNachts in die Stadt kommen, um das, krepirte Viehwelches auf die Straße geworfen wird, zu verzehren.Wir kamen jetzt an das Mistthor, wodurch der Herr alsGefangener zum Richter Annas und Kaiphas geführtwurde. Als wir heute Nachmittag zur hl. Grabeskirchekamen, wurde gerade zu gleicher Zeit die Prozession derLateiner, Griechen und Armenier nach den hl. Stättengehalten; die Mitglieder der beiden letzten Confessionenmachten so viel Geräuſch und ſangen ſo wild durch⸗