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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
164
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164den Boden der Teiche, welche vermittelst Röhren mit-einander in Verbindung stehen. Diese so werthvollenund alten Wasserbehälter liegen zwischen zwei Felseneingeschlossen. Ich sah auf dem Wege zu den ver-schlossenen Gärten Salomo's, wohin wir uns nun be-gaben, noch einen Theil der Wasserleitung, welche ausSteinröhren von 910 Zoll im Durchmesser bestanden.Das Wasser floß durch diese Röhren schnell, war klarund wohlschmeckend und hatte durch seine Leitung denAnschein, als wenn das Wasser zum Berge hinaufflöß.Die verschlossenen Gärten Salomo's liegen in einemThale und sind durch ihre ausgezeichnete Lage sehrfruchtbar. Wir kehrten nach Bethlehem zurück, besuchtenunsere Rosenkranz=Lieferanten, wobei wir Kaffee trinkenund rauchen mußten.Hier war ich so glücklich, mehrere Rosen von Jerichokaufen zu können; meine Freude hierüber ist um sogrößer, da ich meinen Bekannten versprochen hatte, Je-dem ein Andenken aus dem hl. Lande mitzubringen, unddiese Blumen von so hoher Bedeutung eine recht passendeGabe bilden. Die Rose von Jericho ist ein zusammen-getrocknetes Geflecht, woran ſich viele kleine Blüthen-knospen befinden, und die Eigenschaft besitzt, daß sie,wenn sie zur Adventzeit in's Wasser gesetzt wird, ihreZweige ausstreckt und in der Weihnachtsnacht ihre Knos-pen sämmtlich öffnet. Nach Weihnachten läßt man dieRosen wieder zusammentrocknen, um dasselbe am nächstenWeihnachtsfest wieder zu thun. Seit vier Jahren habeich die Freude genießen können, daß die wenigen Rosen,die in meinem Besitz geblieben sind, in der Christnacht