Druckschrift 
Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
156
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156Wasser gefüllt oben an, aber das Wasser war grün undmit vielen todten und lebendigen Thieren bevölkert. AberNoth kennt kein Gebot. Wir hielten die Finger amMunde, schlossen die Augen zu und tranken. Die Sonneneigte sich allmälig ihrem Untergange und die furcht-bare Hitze ließ etwas nach. Wir verfolgten bergauf undbergab unser Ziel so schnell wie möglich, was wirdenn auch ohne weitere Unfälle gegen 6 Uhr erreichten.Unsere Zelte waren am Fuße des Felsen, auf dessenHöhe das weltberühmte Kloster St. Saba erbaut ist,aufgeschlagen. Froh, recht froh waren wir, als wir indieser Einöde das Kloster sahen. Gleich wurden Anstaltengetroffen, die drei Handwerker in der Wüste aufzusuchenund auf der höchsten Spitze des Klosters wurde einerothe Laterne angebracht, um den Unglücklichen alsSignal zu dienen. Aber die armen Leute konnten, durchdas Gebirge behindert, das Licht nicht sehen, und dieausgeschickten Mannschaften fanden sie nicht. Wie wirspäter erfuhren, haben diese Unglücklichen lange umher-geirrt und kamen erst am dritten Tage wieder in Jeru-salem an. Wir legten uns in unsern Zelten nieder undschliefen bald ein. In der Nacht aber entlud sich einfurchtbares Gewitter. Der Sturm heulte, Blitz auf Blitzfolgte und mit tausendfachem Echo gaben die Felsen dasRollen des Donners zurück. Unsere Mucker hatten vieleMühe, die Zelten immer wieder zu befestigen und diescheugewordenen Thiere zu halten.