133Schlüssel zu der hl. Grabeskirche, dem allerheiligstenGotteshaus der Christenheit. Am Eingange liegt einetürkische Wache auf Divans, raucht ihren Nargileh oderTschibuck, kocht und trinkt ihren Kaffee. Die Griechenhaben einen großen Theil der Kirche, der mit einerMauer abgesperrt ist, unter der zweiten Kuppel liegtund den Namen „Katholicon“ führt. Schöne, künstlicheund werthvolle Bilder auf Goldgrund bedecken die Wände,und der Altar ist reich mit Silber geschmückt. In derNähe des Altars wird eine Stelle gezeigt, welche denMittelpunkt der Erde bezeichnen soll. Unten und auf denEmporen in der hl. Grabeskirche wohnen viele griechischePopen mit ihren Frauen und Kindern. Ich sah in derKirche Tücher zum Trocknen von der Galerie herunter-hängen. Die Griechen machen bei ihrem Gottesdienstund bei ihrem Läuten in der Kirche, indem sie beständigauf hölzerne Bretter oder Stahlstäbe schlagen, ein unan-jenehmes Geräusch und einen entsetzlichen Spektakel.Die Kopten, Jacobiten und Maroniten wohnen außer-halb der Kirche. Die Franziskaner besitzen neben derhl. Grabeskirche ein kleines Kloster, welches aber keinenandern Ein= und Ausgang hat und haben darf, als durchdie hl. Grabeskirche. Wenn es den Türken nicht gefällt,die Kirche zu öffnen, so sind die armen Klosterbewohnereingesperrt. In der großen Kirchenthür ist eine kleineOeffnung eingeschnitten, wodurch dann nur die Verbin-dung mit der Außenwelt unterhalten werden kann unddie armen Franziskaner ihren Lebensunterhalt in Em-pfang nehmen müssen. Wünschen die Christen die Thüregeöffnet, so muß hierzu die Erlaubniß bei dem Pascha
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
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133
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