63gebend, waren wir bis zum Jaffathor vor Jerusalemangekommen. Hier empfing uns der österreichische General-Consul, Herr Baron von Lenk, um uns im Namen sei-ner Regierung zu begrüßen, und bot uns mit der größtenLiebenswürdigkeit seine Dienste an. Wir beruhigtengleich die nun auf uns herankommenden Steuer=Aufseherdurch einen Backschisch. Am Jaffathor verließen wirunsere Pferde und gingen zu Fuß durch die heilige Stadtzur Grabeskirche. Dort angekommen, beteten wir zuerstam Salbungsstein und näherten uns dann dem hl.Grabe. — Es können immer nur gleichzeitig 3—4 Per-sonen in das hl. Grab eintreten. — Als ich im heiligenGrabe weilte, kniete ich nieder und betete für alle dieTheuren und Lieben in der Heimath . . . . . . .**küßte den Stein, worauf der Leichnam des Herrn gelegenund machte meinen theuren Reisegefährten Platz. — Ichwar im Grabe des Herrn! — „Wie soll ich dem Herrnvergelten für Alles, was er mir gethan!“ — Aus derheil. Grabeskirche zog die Karawane zur Capelle imösterreichischen Hospiz. Herr Dr. Zschokke hielt einekleine Anrede, worin er besonders hervorhob, wie großdie Gnade sei, die Gott uns auf unserer Pilgerfahrtschon erwiesen, indem wir die Reise zu Land= und Meertrotz aller Gefahren glücklich überstanden und nun amZiel angekommen, um den anzubeten, der hier in Jeru-salem gestorben und auferstanden. Dann hieß er unsnochmals willkommen, stimmte das schöne Loblied:„Te Deum laudamus“ (Großer Gott, wir loben Dich,
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Seite
63
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