Druckschrift 
Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
52
Einzelbild herunterladen
 

52des hl. Franziskus etwas gespeist und einige Einkäufebesorgt hatten, wobei wir aber auch nicht unterlassenkonnten, ein deutsches Bierlokal zu besuchen, nahmen wirvon den freundlichen Klosterbewohnern herzlichen Ab-schied und begaben uns gegen 6 Uhr Abends an Bord.Das SchiffGermania, welches uns nach dem hl. Landebringen soll, hat 230 Pferdekraft. Wir fanden dasganze Schiff mit Deckpassagieren besetzt: Türken, Araber,Tartaren, Tscherkessen, Armenier, Griechen u. s. w.über 200 Personen Mekka=Pilger, die sich durch ihrelebhaften Bewegungen beim Gebete recht bemerkbar mach-ten; diese Türken lagen auf den Beinen und berührtenbeständig mit den Händen und dem Kopfe das Verdeck,hoben das Gesicht zur Sonne und beugten sich wiedernieder; Alle aber hatten ihren Mundvorrath und ihreBetten mitgebracht und lagen auf dem Verdeck buntdurcheinander, was ein frecht lebendiges Bild darstellte.Daß diese Gesellschaft auch Ungeziefer haben mußte,glaube ich daraus entnehmen zu können, daß oft mehrerePersonen hintereinander kauerten und einer dem anderndiese kleinen Thierchen abfing. Der Abend war sehrschön und ich blieb bis 10 Uhr auf dem Verdeck, dannbegab ich mich in die für uns reservirte Cabine, um zuschlafen.