Druckschrift 
Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

36die Erlaubniß zum Landen gegeben, kamen etwa 40 bis50 Barken mit 80 bis 100 Türken vom Lande an'sSchiff. Letztere erkletterten gleich Katzen von allen Eckendas Schiff, jeder Barkenführer nebst Gehülfen wollteGeld verdienen und zwar in einer Weise, daß es nö-thig war, außer Koffer und Reisesack auch die Knöpfeam Rock festzuhalten und unsere Taschen vorsichtigzu schließen. Die Barkenführer tobten und zankten mit-einander, daß man sich die Ohren zuhalten mußte. End-lich, nach vielen Mühen, Anstrengungen und Gefahrenhatten wir eine Barke bestiegen und fuhren an's Land.Doch nun wieder ein schreckliches Durcheinander. Aufdem Ufer lagen Wollballen 2c. aufgethürmt, welcheüberstiegen werden mußten. Zwischen Türken, Arabern,Pferden, Kameelen und Eseln mußten wir uns durch-winden, um nach dem Bureau der Sicherheitswache zugelangen, wo wir unsere Pässe wieder erhielten. Jetztaber hatten wir mit der Steuerbehörde zu thun. DieKoffer sollten geöffnet und deren Inhalt ausgepackt wer-den; wie viele der Beamten dort waren, weiß ichnicht, das will ich sagen, Alle schrieen: Backschisch! Back-schisch!Da wir uns nicht zum Geldspenden verstehen woll-ten, so rief man den obersten Steuerbeamten. Dieserehrliche Mann stellte sich mit dem Rücken vor mich, hielthinten die Hand auf und befahl, die Koffer zu visitiren.Schnell drückte ich diesem einäugigen Schelm einen ganzneuen Maria=Theresienthaler in die Hand. Kaum fühlteer den Druck und sah mit seinem einen Auge den Glanzdes Silbers, so befahl er, alle Unterbeamten sollten sich