30die Kranken zu verpflegen und mit Rath und That zurSeite zu stehen, was ich hier gern anerkennend erwähne.Nach diesen höchst traurigen Vorgängen stieg beieinem der Reisegefährten der Gedanke auf, daß wir unshier auf der Insel Melada möchten an's Land setzenlassen, um die Rückreise wieder anzutreten. Diesem gabjedoch der Capitain keine Folge und zwar aus demGrunde, weil er es für unmöglich hielt, von hier ausohne Führer, ohne Ortskenntniß, ohne Reit= noch Fahr-gelegenheit wieder nach Deutschland zurückzukommen.Das Schiff wurde nach Kräften ausgebessert und dasMeer immer ruhiger, auch unsere Kranken erholten sichzu unserer Freude. Gegen 5Uhr Abends, als wiretwas Speise zu uns genommen, glaubte der Capitain,weiter fahren zu können, versprach, wenn der Sturm(der in dieser Jahreszeit hier häufig ist) wiederkehrensollte, den Hafen zu Lissa aufsuchen zu wollen. DerAbend und die folgende Nacht war sehr schön.7. März, 12 Uhr Mittags. Das Meer ist ruhig,die Fahrt geht gut und schnell; der schöne blaue Himmelwundervoll, die Kranken, welche erst eben genesen, wer-den neuerdings unwohl. Bei ruhiger Fahrt ist es etwasGenußreiches, Morgens die Sonne auf und Abends die-selbe untergehen zu sehen, wie es Morgens beinahe plötz-lich Tag, und Abends beinahe plötzlich Nacht wird! wiedas Morgen= und Abendroth, sowie die Sonne sich imMeere spiegeln, und es den Anschein hat, als sei dasganze Wasser ein Feuermeer. So wie die Sonne unter-gegangen und der Blick noch auf deren scheidenden Strah-len ruht, kommt die schon entschwundene Sonne noch
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
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30
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