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Zeugnis über den architektonisch-technischen Wert des vulkanischen Tuffsteines von Weibern
Entstehung
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Kalker Industrie-Gesellschaft in Cöln.Atteste.Der Tuffstein aus den Brüchen bei Weibern, welche früher den Herren Radermacher resp. Hossgehörten und jetzt in den Besitz der Kalker Industrie-Gesellschaft übergegangen sind, ist nächst dem grün-lichen Tuffstein aus den Brüchen bei Rieden als der zu baulichen Zwecken am besten geeignete allgemeinbekannt; namentlich hat sich auch dessen Dauerhaftigkeit an vielen Bauten der Rheinprovinz bewährt.Dem entsprechend sind bedeutende Massen von Verblendungsquadern und grösserenGesimsen aus diesem Material zu den unter Oberleitung des Unterzeichneten in der Ausführungbegriffenen Rheinischen Provinzial-Irrenanstalts-Barten bei Andernach und Bonn den HerrenRadermacher und Hoss zu Weibern, resp. dem Herrn Steinmetzmeister Grod zu Brohl (Angestellte derobigen Gesellschaft) in Auftrag gegeben und die zu circa ²/₁ der Massen durchgeführten Lieferungen nebstden Arbeiten bisher zur Zufriedenheit ausgeführt worden, was hiermit auf Wunsch bescheinigt wird.Bonn, den 11. Februar 1874.Der Ober-Bauleiter der Rheinischen Provinzial-Irrenanstalts-BautenKönigl. Landbaumeister(gez.) Dittmar.An die Kalker Industrie-Gesellschaft in Cöln a. Rh.Cöln, den 15. Februar 1874.Unter dem 7. d. Mts. seitens Ihrer Verwaltung für Tuffstein und Trass an mich gerichtetenErsuchen um eine Bescheinigung über Güte und Dauerhaftigkeit Ihres Tuffsteines für Bauzwecke entsprecheich gerne in Folgendem:Gestüzt auf meine Wahrnehmung, dass der Tuffstein von Rieden und Weibern bei Brohl an einergrossen Zahl alter Bauwerke in Cöln, namentlich an fast allen Kirchen, dem Rathhausthurm unddem Gürzenichbau, vor deren Restauration, für die Herstellung der Aussenfronten, und für deren Glie-derungen, mit sehr gutem Erfolg seit Jahrhunderten in Anwendung gebracht worden war, habe ich seitzwanzig Jahren hier in Cöln, an allen von mir ausgeführten, grossentheils monumentalen Bauten, den Tuffsteinzu gleichem Zweck verwendet, so namentlich am Rathhause, dem Gürzenich, Museum, Gewerbe-schule, Theater u. s. w. Ein grosser Theil dieses Materials ist aus Ihren Brüchen bezogen. DasMaterial ist leicht bearbeitbar, hat eine milde, gelblich graue Farbe, welche zu derjenigen der meisten hiergewöhnlich verwendeten Sandsteine sehr gut stimmt. Der Tuffstein ist zwar weicher, als derSandstein, aber er widersteht nach meinen Erfahrungen dem Einfluss des Wetters besser, als derSandstein.(gez.) Raschdorff.Königl. Baurath.