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Die Fahnenburg und ihre Bildergallerie : unter Rückblick auf die Geschichte ihrer Umgebung
Entstehung
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verfolgt, so gelangt man nach 10 Minuten allmäligen Steigernauf die Höhe, wo ein Thor den Park vom Felde trennt. DerWald tritt jetzt zurück. Man hat Kornfelder mit Saaten jederArt vor sich, von einer Allee üppiger Maronen durchschnitten.Sie führt nach 1000 Schritten in den Park und das SchlossRoland, das auf einem kleinen Hügel, über Blumenbeeten undGrasmatten von Riesenbäumen beschattet, uns entgegenlacht. DasSchloss besteht aus zwei hintereinanderliegenden Vierecken, vondenen das erstere das herrschaftliche Haus, das zweite dieStallungen, Remisen, Domestiken-Wohnungen u. s. w. umfasst.Die Hauptfronte ist gegen den Park und die von der Fahnenburgaufsteigende Allee gewendet. Unterhalb des Balkon-Saals trittman ein. Es empfängt uns ein Marmorsaal, dessen Decke derkunstsinnige Joh. B. Fisclier, geb. zu Neuss f 1726, gemalt hat.Au den Wänden, auf Postamenten, stehen zwei marmorne Köpfevon vollendeter Arbeit, links der Kopf einer Bacchantin, eine Antikeaus griechischem Marmor, rechts der Kopf des Caspar de la Torre,Propst unserer lieben Frau zu Brügge, aus carrarischem, dasGewand aus farbigem Marmor, von Franz de Quesnoy (geb. 1594in Brüssel f 1666 zu Livorno). Auch in den, rechts und linksanstossenden Zimmern sind die Deckengemälde von J. B. Fischer.In dem ersteren dieser beiden stellt der Kamin basrelief eineLandschaft dar, worin Venus, Adonis und Amor ihre Lämmerweiden, in halber Lebensgrösse. Das Zimmer ist mit Rococcc-Möbeln besetzt, xmter denen sich die beiden Tische durch ihrevortreffliche Arbeit auszeichnen.

Im Zimmer links befindet sich Amor, Ceres und Urania überdem Kamin. Die Figuren sind relief, lebensgross. Amor steht,den Bogen in der Hand, ihm rechts sitzt Ceres, links Urania,welche den Plan des Schlosses mit der Jahreszahl 1696 und demKostenanschlage in ihrer erhobenen Rechteil, aufgerollt vorzeigt.Au dieses Zimmer stösst die Bibliothek. Es finden sich darin,unter andern Schätzen, das Urkundenbuch der Familie Stommelmit Zeichnung von Ernst Fröhlich und andern Künstlern; dieBeschreibung des Wirkens des Churfürsten Johann Wilhelm fürKünste und Wissenschaft mit Handzeichnungeu von Raparini,nämlich: die Portraits der sämmtlichen Künstler, welche unterJohann Wilhelm zu Düsseldorf arbeiteten, die auf Johaun Wilhelmgeschlagenen Münzen etc. Verlässt man den Marmorsaal durchdie Thür, welche der Hauptthür gegenüber liegt, so gelangt manin den Corridor und steht einer anderen Hauptthür gegenüber.