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Die Fahnenburg und ihre Bildergallerie : unter Rückblick auf die Geschichte ihrer Umgebung
Entstehung
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Amtmann Willi, v. d. Horst und Dr. J. U. Joh. Hardenrad in

den Stiften zu Neuss und Maria im Capitol in Cöln eine geeigneteDecliantin und Kellnerin und weiter 4—5 adlige Jungfrauen vongutem Wandel und nicht zu jung für Gerresheim zu gewinnen.Doch ohne Erfolg 1 ), bis ein unerwartetes Ereigniss entschied. Am10. Mai 1585 wurde Neuss durch Adolf von Neuenar und dieStaatischen erobert, das Stift Quirin ausgeplündert, das Stifts-personal flüchtig. Um letzterem ein Obdach zu geben, griff derHerzog auf Bitten seines Adels und in Uebereinstimmung mitErzbischof Ernst durch. Am 1. Aug. 1585 wurde Marg. v. Loe,Äbtissin von Neuss, mit ihren sämmtlichen Stiftsjungfern nachGerresheim versezt. Als Äbtissin Felicitas diess erfuhr, erschiensie 10. Aug. in Begleitung zweier, neuernannter Stiftsdamen undihres Anverwandten, Grafen Wirich von Falkenstein, Herrn zuBroich, in Gerresheim und verschloss, während die Neueiugesetztenin der Kirche waren, die Abtei, so dass letztere im Hause desBürgermeisters Unterkommen suchen mussten. Es entspann sich eineVerhandlung zwischen Äbtissin und herzoglichen Räthen, welchedamit endigte, dass die 70jährige Felicitas, mürbe gemacht, am20. Sept. 1585 mit 180 Rthlr. jährlich sich abfinden liess. DerGrafenstand verfolgte zwar die Sache, die Neusserinneu bliebenaber im Besitz.

Für das allgemeine Wohl war damit nichts gewonnen. Eswurde seitdem zwar regelmässig Chordienst gehalten, an den 24Altären Messen gelesen, möglichst oft Ablass ausgeschrieben, zuden verschiedenen Gapellen, welche zuletzt noch durch die, 1709von dem Düsseldorfer Stift empfohlene, neu erfundene Blutcapellevermehrt wurden, gewallfahrt, die Zahl der Opferstöcke ver-grössert, aber für Verkehr und Verkehrsmittel, für Ausbildungdes Begriffsvermögens, Erweiterung der Kenntnisse geschah nichts.

Die einst so bedeutende Landstrasse von Cöln über Richrathnach Gerresheim und Ratingen war in den Düsselniederuugsnversumpft, weiter im Aap zu einer Hohlstrasse und wegen derdurchströmenden Gewässer unbrauchbar geworden. In Gerresheimselbst (bis gegen 183S ungepflastert) sank man die Hälfte desJahrs bis an die Knöchel in den Dreck. Der Verkehr nahm seine

') Felicitas ernannte zwar Agnes von Mansfeld zur Stiftsdame undzwei Fräulein v. Eberstein, Töchter ihres verstorbenen Bruders, die einezur Decliantin, die andere zur Stiftsdanie, indess die Mansfelderin tratnicht ein und die beiden anderen fand mau zu jung.