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Die Fahnenburg und ihre Bildergallerie : unter Rückblick auf die Geschichte ihrer Umgebung
Entstehung
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Mittel, die Wohltbätigkeit und Unentbehrlichkeit der Klöster unddie Nothwendigkeit zur fortgesetzten Unterstützung und reichenAusstattung derselben zu beweisen und stets bereite Geber sich zuverschaffen. So verminderte sich in gefährlicher Weise die Be-nutzung der Arbeitskräfte und Geldmittel für practisch werthvolleLebenszAvecke., während die Genuss- und Bereicherungssucht desClerus und das damit Hand in Hand gehende Streben, das Volkdurch die übertriebensten Schilderungen von Teufel, Hölle undHimmel von sich abhängig zu erhalten, Lehre und Moral ver-gifteten und die Massen dem schlimmsten aller Uebel, einem mitFanatismus gepaarten Aberglauben überlieferten.

Die Träger dieser Zustände begingen dabei noch die Unge-rechtigkeit, die Haupteinkünfte des Stiftsvermögen ausser Landeszu verzehren. Die Canonicen weilten meist in Düsseldorf, oder Cölnund Hessen sich durch armselig besoldete Vicare vertreten, selbstder Pastor zog die Bestellung seines Wiedenhofs der Wohnung inGerresheim vor, und wie es mit den Stiftsfrauen aussah, darübermöge folgender, actenmässiger Bericht Aufschluss geben.

Als 1565 Äbtissin Anna von Limburg gestorben war, bestanddas Stift nur. noch aus 5 Personen, 4 Canonicen und FelicitasGräfin von Eberstein, Kellnerin. Um einem ähnlichen Zustandevorzubeugen, veranlassten die, bei der Wahl zu hörenden BergischenGesandten am 30. April 1565 einen Vergleich dahin: dass die künf-tigen Äbtissinnen die grösste Zeit des Jahres zu Gerresheim wohnenmüssten und die Zahl der Stiftsfrauen niemals uuter vier herunter-sinken lassen dürften. Mit diesen Verpflichtungen wurde Felicitaszur Äbtissin, bald darauf auch zu Hervord, erwählt. Sie kam aberdem Vergleiche nicht nach, ernannte keine Stiftsdamen, genossvielmehr deren Pfründe allein, wohnte nicht in Gerresheim, Hessdie Stiftskirche und sonstigen Gebäude verfallen und den Chordienstdurch die Nonnen von Catharinenberg abhalten. Dieses und dasoffenkundige unzüchtige Leben der Canonicen veranlasste 1574Herzog Wilhelm von J. C. B. zu einer Visitation durch denpäpstlichen Nuntius Casp.. Gröpper, Propst zu Bonn. Letztererberichtete dem Fürsten „sein Entsetzen" über den Befund, mit demRathe: sämmtliches Stiftspersonal von dannen zu schaffen. Daindessen die Canonicen reumüthig Besserung gelobten und Felicitaserklärte: sie könne keine Stiftsdamen gräflichen Standes willigmachen, wolle aber im Gottesdienste geübte Damen des Ritter-standes, welche man aus andern Stiftern ihr vorführen möge,aufnehmen: so beauftragte der Herzog 3. Dec. 1574 den Düsseldorfer