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Frau, Kindern, eigenen Sclaven (familia) und den zur Dienst-leistung gestellten Staatssclaven sich niederlies und die nöthigeUnterstützung für gerichtliche und militärische Zwecke um sichsammelte, da musste sofort ein gegliedertes Hofesverhältniss mitweitgreifender Wirksamkeit nach Aussen beginnen. Naturgemässwurde das Begonnene von den Nachfolgern immer mehr gebessertund gepflegt, bis endlich nach 350jährigem Bestehen die Römer-herrschaft dem Sturme der Franken erlag und ein Abtheilungs-führer von ihnen, ein sogenannter Freier mit seinem Gefolge denHof mit der Gerichtsbarkeit und den sonstigen Einrichtungen inBesitz nahm und nach Maasgabe seiner Einsicht, ohne irgend einehervortretende höhere Aufsicht und nennenswerthe Beschränkungbenutzte.
So trat im Allgemeinen an die Stelle einer einheitlichenRegierung mit fortgeschrittener Weltcultur eine rohe, unzähligenWillknhrlichkeiten preisgegebene Kleinigkeitswirthschaft, derenTräger nothwendig dem Stande zur Beute wurden, der sein, aufRömercultur gegründetes Dasein aus dem Sturme zu retten gewussthatte und so Bildung und Wissen, deren fast ausschliesslicherErbe er geworden war, für sein Streben nach Weltherrschaft zubenutzen wusste. Aller Aufklärung ferngehalten, in einer Lehreaufgezogen, die nur das Streben nach dem Himmel würdig, das Lebenselbst aber eine ewige Sünde nannte, verkümmerte eine Generationnach der anderen, so auch die der aufgeworfenen Dynasten in derGerresheimer Villa. Ritter Gerricus, der letzte derselben, einSchwächling 1 ), schloss sein Leben damit, dass er, um sich einenSitz im Himmel zu sichern (pro remedio coelestis patriae) seinenirdischen Herrschersitz zu einem Kloster für Frauen ausbauen 2 )und zur Sicherung dieser Bestimmung durch Erzbischof Willibertvon Cöln (regierte seit 7. Januar 870 f 11. September 889) ein-weihen liess, wobei er alle seine Landgüter und sonstigen Besitz-thüiner dem Kloster schenkte. Nach seinem Tode bestätigteRegenbirg, seine einzige überlebende Tochter, zugleich ersteÄbtissin unter Zustimmung Hathebold's, des Sohnes ihrer 'Vaters-
') Seine Gebeine in der Tumba zu Gerresheim bezeugen das.
2 ) Die jetzt vorhandene Stiftskirche ist späteren Datums; sie wurdeerst Ende 969 fertig und von Erzbischof' Gero eingeweiht. Viel älter alsbeide ist die noch jetzt südwärts neben der Stiftskirche stehende, altePfarrkirche, jetzt zu einem Wohnhause eingerichtet; ein Tonnengewölbe.