976
Mai 151V.
der Kaiser von uns den Anschlag eines neuen Zugs gegen Frankreich und daß wir andere Orte zur Teil-nahme daran bewegen, auch möchten wir verhindern, daß unsere Knechte dein König von Frankreich zulaufenund daß überhaupt den französischen Practiken Gehör gegeben werde. Dagegen wollen der Kaiser undder König von England uns nach Laut der gemachten gemeinen Vereinung halten und wenn Mailanderobert und der neue Herzog eingesetzt sei, so werde derselbe uns Alles thun, wozu der vorige Herzog sichverpflichtet habe. Auch der König von Spanien müsse das Seinige thun. Mit den monatlichen 5000 Gl.für Behauptung der ennetbirgischen Schlösser möchten wir etwas Geduld haben, der König von England werdeeine neue Subsidie leisten und daraus sollen sie bezahlt werden. Ueberhaupt möchten wir in unfern gutenGesinnungen gegen kaiserliche Majestät verharren u. s. w. Man hat hierauf beschlossen, diese Eröffnungenin den Abschied zu nehmen und sie auf dem Jahrrechnungstag zu Baden an gemeine Eidgenossen zu bringen.Gleichzeitig hat man jedoch den kaiserlichen Boten über die Verzögerung der Bezahlung der 5000 Gl., diegroßen Unwillen in den Gemeinden erregen werde, das Bedauern ausgesprochen. ?». Auf dem Tag zuBaden soll man erklären, ob man dem Finker von Konstanz mit seinen Rossen, die er Herzog Maximilianvon Mailand und seinen Freunden zuzuführen beabsichtigt, Durchpaß durch die Eidgenossenschaft gestattenwolle. «. Die acht Orte, welche mit Frankreich Frieden und Vereinung haben, haben jüngst zu Lucernverabschiedet, daß wir fünf Orte nebst Nidwalden uns erläutern sollen, was wir an dem Bericht zu Genfauszusetzen haben, mit dem Versprechen, ihrerseits alles anzuwenden, was zur Herstellung der Einigkeit unteruns Eidgenossen führen könne. Deßhalb haben wir auf diesem Tag unter uns und mit den Votschaftendes Abts und der Stadt St. Gallen und der drei Bünde uns berathen und auf Genehmigung der Obernerkennt, was folgt: Wir wollen hinter dein Rücken des Kaisers, unseres Bundesgenossen, und ohne seineEinwilligung mit den Franzosen nicht unterhandeln. Wir wollen uns den Franzosen zu keiner Hülfeleistungverpflichten. Endlich sollen die acht Orte von der französischen Vereinung abstehen, dann wollen wir gernemit ihnen berathen, was zu Herstellung des Friedens und zur Einigkeit unter uns Eidgenossen gereichenmag. Man soll sich allenthalben möglichst aus diese Punkte vereinigen, damit die acht Orte ans einer gleich-förmigen Antwort ersehen, daß unter uns kein Ort sich von den andern söndert. Wenn ein Ort weitereBeschwerden hat, so mag es dieselben zufügen. Wenn die acht Orte die abstehenden Beschwerden nichtbeseitigen können und von der französischen Vereinung nicht abstehen wollen, so soll man ernstlich berathen,wie mau sie doch dazu bringen möge, von dieser Vereinnng abzustehen, damit nicht neue Vereinungen diealten Bünde brechen. Auf der Jahrrechnung zu Baden soll den acht Orten geantwortet werden; die Orteund Zugewandten, welche die Jahrrechnung nichts angeht, sollen ihre Boten auf Sonntag über acht Tagezu Baden haben, damit von Allen gemeinsam gehandelt werde. sZ. Die drei Bünde in Churwalen habenuns ernstlich gebeten, daran zu sein, daß dem Stift zu Chur Veltlin und Eleven bleibe; sie seien entschlossen,diese Landschaft nicht mehr von Handeil zu lassen.
Zu «. „Antworten der Voten vff dem Tag Montags nach Vrbani anno xvj."
Uri: Es habe schon auf manchem Tag erklärt, mit dem König von Frankreich weder eine Vereinung machen,noch ihm Land und Leute um Geld oder sonst abtreten zu wollen, solches auch den Orten zu wehren, denen eszu wehren habe. Das sei noch seine Meinung. Einen ehrlichen Frieden möge es wohl leiden, aber von einerVereinung wolle es schlechterdings nichts wissen, bedaure auch, daß die acht Orte zur Annahme einer so unehr-lichen Vereinung und zur Abforderung der Knechte bei kaiserlicher Majestät rathen. Schwyz gleich wie Uri, mitdem Beifügen, man wisse daß die Orte, die in der Vereinung seien, ihre Boten beim König gehabt haben, uM