Druckschrift 
3,2 (1869) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1500 bis 1520
Entstehung
Seite
898
Einzelbild herunterladen
 

898

Juli 1515.

gesprochen, wobei sie den Eidgenossen anheimsetzen, eine genügsame Zahl zu geben, lim dem Einfall derFranzosen zu widerstehen, bis die päpstlichen und spanischen Truppen anrücken; diese Fußknechte sollen vomheiligen Bund bezahlt werden. 4. Der Vicekönig erbiete sich auch zu allen andern Gefälligkeiten. 5. Wirmöchten die große Schmach und Unehre eines Abzugs bedenken. 6. Der Cardinal erbietet sich, in achtTagen von Rom gründliche Antwort zu bringen, Alles in seinen Kosten. 7. Jeder Bote kennt auch dessenweitere Anerbieten, besonders wegen Vigevano. 8. Jeder Bote soll seinen Herren die Knechte verzeigen, dievon ihren Zeichen weg ohne Paßport oder genügliche Ursache nach Hause laufen, damit denselben der Soldabgezogen werde.

Moncalier. I. August (vff dem crstm Tag Ougsy.

Staatsarchiv Zürich: Abschiede, VI. ZN8. Archiv Solothur».

i». Auf ein Schreiben der Hauptleute im Schloß zu Mailand werden Vogt Bili von Lucern, VogtNichmuth von Schwyz, Seckelmeister Wißenbach von Unterwalden und Ulrich Falkner von Basel in unseraller Namen nach Mailand geschickt, um der Hauptleute Anliegen und Beschwerden anzuhören und unsdarüber zu berichteil. I». Dieselben solleil auch Vollmacht haben, den Stampa, wo er mit Fug betretenwerden mag, in unser aller Namen zu Recht anzuhalteil; sie sollen auch mit dein Herzog reden, daß er vondem Stecheil (Turnier) und Anderm dergleichen zu dieser Zeit abstehe. «?. Der Cardinal von Sitten undGaleazzo Visconti melden, es seien ihnen vom Cardinal von Santa Maria zu Rom Briefe zugekommen, daßder heilige Vater die Kunde von dein Abschluß des heiligen Bundes mit Freude aufgenommen und sofortverordnet habe, uns Eidgenossen, sobald wir im Feld seien, 15,000 Ducaten zuzusenden und nachher mehr,damit wir keinen Mangel leiden. Auch werde er sammt den Florentinern 2000 Reisige zu uns stoße»lassen, «I. Ammann Jmhof von Uri hat auf diesen Tag geschrieben, es liegen zu Susa 10,000 Lands-knechte und 400 Pferde. Darauf wird beschlosseil, Susa einzunehmen. Alan hat dem Ammann Jmhof auchdeil Zuzug von Nothweil zugeordnet und ihm empfohlen, verdächtige Boten anzuhalten, v. Der vorhan-denen 20,000 Gl. wegen ist beschlossen, selbe unter gemeine Eidgenossen zu vertheilen, jeder Mann soll1 Gl. erhalten, l. Da die Freiknechte zu Saluzzo aufgebrochen und die Pässe daselbst nicht besetzt sind,so wird ihnen geschrieben, sie sollen die Pässe besetzeil und mit Hülfe der Bailern befestigen. K. Die freienKnechte haben zwei Städte eingenommen und 1000 Kronen Lösegeld für Gefangeile erhalteil. I». GaleazzoVisconti und der Colla als Boteil des Herzogs von Mailand begehren, daß wir dem Herzog die Erhebungeiner Summe Geldes von den Mailändern bewilligen, damit er uns desto beförderlicher bezahlen möge.Das wird bewilligt, doch unserer Forderung und Allsprache all denen von Mailand gänzlich ohne Schaden,i. Bis Montag oder Dienstag soll des Cardinals Post wieder von Rom kommen. Ii.. Der Herzog vonSavopen hat uns eineil Brief seines Vetters, des Königs von Frankreich, mitgetheilt, worin dieser sagt, erwerde in eigener Person mit allen seinen Fürsten und Herreil ausziehen, mit dem festen Willen, Italien z»erobern, er habe 24,000 Landsknechte unter dein Herzog von Geldern bei sich, der um denVorzug" gebetenhabe; ferner 12,000 Gascoguer, 0000 Bauern, 3000 Reisige, 150 Stuckbüchsen; er habe gute Lust, mituns Eidgenossen zu schlagen. Alles mit mehr hochmüthigen Worten. I. Auf vielfältige, durch den Cardinalund den Visconti erhaltene Kundschaften, daß der Köllig über das Gebirg zu ziehen im Begriffe stehe,